Der Lake Manyara Nationalpark mag nicht jeden Reisenden gleichermaßen faszinieren, besonders wenn sie durch den Nordeingang einfahren. Doch jenseits des Parks eröffnet sich eine Fülle von Möglichkeiten, um mehr über Tansania und seine vielfältigen Kulturen zu erfahren. Mto wa Mbu ist wie ein Mikrokosmos von ganz Tansania, mit Menschen aus allen 120 verschiedenen Gruppen des Landes. Ein Grund mehr, einen Tag damit zu verbringen, die Vielfalt des Ortes zu erkunden.

Vormittagsausflug per Rad oder Tuk-Tuk

Ein Safari-Truck ist zweifellos Luxus auf vier Rädern. Doch während Tansania draußen vorbeizieht, bleibt echte Nähe zu den Menschen oft auf der Strecke. Für uns war klar: Um das wahre Leben in Mto wa Mbu kennenzulernen, mussten wir den Truck verlassen und uns auf Fahrräder oder Tuk-Tuks begeben.

Die Tour führte uns entlang unbefestigter Straßen durch den Ort, der eine grüne Oase mit Bananen- und Reisfeldern ist. Unterwegs machten wir Halt an einer Bananenplantage und besuchten eine kleine Bar, um das berühmte Bananenbier, Mbege, zu kosten. In einer Holzschnitzerei lernten wir Spannendes über die traditionelle Kunst der Makonde-Gruppe, die einst aus Mosambik nach Tansania kam. Ein offenes Künstleratelier präsentierte uns eine Vielzahl von Bildern verschiedener Stilrichtungen, darunter auch die beliebten Tinga-Tinga-Malereien.

Das Beste für mich an der Tour war definitiv die Fahrt entlang der Hauptstraße auf einem eigens angelegten Fahrrad- und Fußgängerweg, gefolgt von einem entspannten Kaffeestopp an einem mobilen Espresso-Wagen. Die Möglichkeit, einen Abstecher zum Lake Manyara-See zu machen, hängt vom Wasserstand ab. Leider war er bei uns zu hoch.

Mittagessen im Bananenhain: Authentische tansanische Küche

Gute Küche in Lodges und Hotels ist ja schön und gut, aber für mich geht nichts über authentische tansanische Hausmannskost. Es ist einfach fantastisch, neue Gerichte und unbekannte Zutaten wie Kochbananen, Yamswurzeln, Ugali (Maisbrei) und Mchicha (ein spinatähnliches Grüngemüse) zu probieren – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das Essen wird im Garten eines Privathauses zwischen den Bananenstauden serviert und ist ein regelrechtes Feuerwerk an Gewürzen, von dem viele deutsche Gerichte nur träumen können.

Außerdem lernt man nach so einem Mittagessen, dass Bananen in zahlreichen Variationen existieren. Meine neuen Favoriten sind die roten Bananen mit ihrem süßesten Fruchtfleisch. Einfach köstlich!

Nachmittags auf dem Lake Manyara Treetop Walk

Der Lake Manyara Nationalpark ist nicht jedermanns Sache. Im nördlichen Teil des Parks hat der See an Volumen gewonnen, was bedeutet, dass es weniger Tiere zu sehen gibt. Im südlichen Teil hingegen ist der Park von dichtem Dschungel bedeckt, was vor allem für Safari-Neulinge Geduld erfordert, bis sich Elefanten, Giraffen oder Paviantruppen zeigen.

Aber der 1,5-stündige Lake Manyara Treetop Walk von Wayo bietet eine angenehme Abwechslung und ermöglicht es trotzdem, etwas über die Flora und Fauna des Parks zu erfahren, insbesondere in den Baumkronen. Gemeinsam mit einem Guide geht es über Hängebrücken zu sechs verschiedenen Plattformen, wobei die höchste Plattform 18 Meter über dem Boden liegt. Beim Spaziergang erfährt man interessante Fakten über Bäume, Pflanzen und die grünen Meerkatzen, die die Hängebrücken und Plattformen als Spielplatz nutzen.

Für alle, die sich für die tansanische Küche interessieren, werft doch einen Blick auf meinen Blogbeitrag: Essen in Tansania – Eine Kostprobe gefällig?.

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Reiseberaterin und Inhaberin von safarizeit Erlebnisreisen, Stephanie Zemmrich

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