Wer an Ruanda oder Uganda denkt, denkt zuerst an die Touristen-Klassiker, wie Tiere und Landschaften. Doch was für die Länder genauso typisch ist, sind Boda Boda-Fahrten und die Kunstszene. In diesem Vergleich zeige ich dir, was die zwei Schönheiten Ostafrikas alles in petto haben. Ruanda oder Uganda, welches Reiseland erobert dein Herz?

Im geografischen Spotlight. Ein schneller Blick auf die Landkarte zeigt, Ruanda ist ständig umgeben von Nachbarn. Im Norden liegt Uganda, im Osten befindet sich Tansania, im Süden Burundi und im Westen die Demokratische Republik Kongo. Ganz besonders an Ruanda sind die grünen, hügeligen Landschaften. Darum trägt es auch den Namen „das Land der tausend Hügel“.

Landkarte Uganda Ruanda

Auch der Nachbar im Norden, Uganda, ist ein Binnenstaat, welcher ungefähr so ​​groß ist wie Deutschland. In dem Land entspringt eine Quelle des Nils. Die Vegetation ist einzigartig, das brachte Uganda den Kosenamen „die Perle Afrikas“ ein. Neben der Perle ist Uganda vor allem eins: das Herz des afrikanischen Kontinents – zumindest hinsichtlich seiner Lage. Zentral eingebettet, liegt Uganda zwischen Kenia im Osten, Tansania sowie Ruanda im Süden, der Demokratischen Republik Kongo im Westen und dem Sudan im Norden.

Freundliche Menschen und Smalltalk. Die Menschen in Ruanda und Uganda sind stolz auf ihre Gastfreundschaft. Und das mit Recht! Eins ist sicher, wenn du irgendwo wartest, kommst du schnell ins Gespräch.

Etwa 12,3 Millionen Menschen leben in Ruanda. Die Bevölkerungsdichte in dem kleinen Land ist sehr hoch und die Menschen sind sehr jung. Der Großteil von ihnen lebt auf dem Land. Die meisten Ruander sprechen Kinyarwanda, eine Bantu-Sprache, die auch in der Demokratischen Republik Kongo gesprochen wird. Englisch, Swahili und Französisch – all diese Sprachen zählen zu den offiziellen Sprachen von Ruanda. Dennoch sprechen die Menschen in den ländlichen Regionen vorrangig Kinyarwanda.

Die Vielzahl der 35 Millionen Ugander lebt auf dem Land. Der Vielvölkerstaat mit circa 60 Volksgruppen ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Im Norden und Osten des Landes sprechen die Menschen das in Ostafrika gebräuchliche Swahili als auch Englisch. In Zentral- und Süd-Uganda spricht das Volk der Buganda ihre eigene Sprache namens Luganda.

Abenteuer Großstadt-Dschungel. Kigali, Ruandas Hauptstadt, liegt auf knapp 1500 Metern. 1,2 Millionen Menschen leben in der Stadt zwischen den zwei Bergen, Kigali und Jali. Dazwischen erstreckt sich Kigali über weitere Hügel. Du wirst erstaunt sein, wie grün die Stadt ist. Dieser Umstand brachte Kigali sogar den Beinamen Gartenstadt ein.

In Afrikas sauberster und ordentlichster Stadt ist der Aufschwung allerorts spürbar. An fast jeder Ecke wird gebaut. Aber warum ist Kigali überhaupt so sauber? Das mag unter anderem daran liegen, dass jeden letzten Samstag im Monat ein obligatorischer „Reinigungstag“ stattfindet. An diesem Tag schließen alle Geschäfte und wirklich jeder putzt mit. Kigali ist auch die Stadt der Unternehmer. Viele der Startup-Gründer findest du in den Cafés, wo sie fleißig über ihren Laptops hocken und an Geschäftsideen tüfteln.

Besondere Sehenswürdigkeiten in Kigali sind das Kigali Memorial Center und Inema Arts Center. Die anderen Städte in Ruanda sind im Vergleich zur Metropole Kigali recht klein. Da wären Gisenye am Kiwusee, Ruhengeri, dem Ausgangsort für das Gorilla-Trekking und Butare, das kulturelle Herz, im Süden des Landes.

Kampala ist die Hauptstadt und größte Stadt Ugandas. Kaum vorstellbar, doch bis vor Kurzem war die 1,7 Millionen Einwohner Metropole die einzige Stadt in Uganda. Über Nacht erhielten am 1. Juli 2020 sieben weitere Städte durch einen Regierungsplan den Status Stadt. Mittlerweile zählen auch die touristischen Orte Jinja und Fort Portal als Städte. 

Kampala bleibt aber pulsierendes Zentrum. Auf einer Höhe von 1000 Metern liegt die Stadt, die niemals schläft, auf dem „Hügel der Antilopen“. Viele Menschen zieht es mittlerweile in die Metropole. Besondere Attraktionen in Kampala sind das Uganda Museum, der Owino Market und die Ghadaffi Mosque.

Bananenwein und andere Leckereien. Aufgepasst Probierfreudige: Bei der vielseitigen Cuisine von Uganda oder Ruanda gerätst du ins Staunen. Ein Schatz an alten Rezepten, weitergegeben von Generation zu Generation und durch neue Einflüsse aufgepeppt. Für beide Länder gibt es typische Gerichte, die besondere Spezialitäten sind.

In Uganda

  1. Matoke ist das Nationalgericht in Uganda. Die grünen Bananen werden gekocht, gedämpft oder püriert serviert.
  2. Luombo ist ein würziger Rindfleischtopf, gedämpft in Bananenblättern.
  3. Rolex gehört nicht an die Hand, sondern in den Mund. Das beliebte Streetfood ist ein Omelett, Zwiebeln, Tomaten und Krautsalat in einem Chapati, ein Fladenbrot, gerollt.
  4. Oluwombo ist eine weitere Leibspeise der Ugander und besteht aus Reis, Huhn und Tomaten.
  5. Kikommando macht hungrige Münder satt. Es handelt sich dabei um gehackten Chapati gemixt mit gebratenen Bohnen.
  6. Muchomo ist gebratenes Fleisch am Stiel. Rind, Schwein, Ziege und sogar Hühnchen.
  7. Katogo gibt es in Uganda zum Frühstück. Das Gericht besteht aus Matoke, Rindfleisch, Innereien und Bohnen.
  8. Waragi wird aus Hirse, Maniok oder Kochbananen mit Rohrzucker hergestellt. Waragi ist ein naher Verwandter des Gins.
  9. Lager-Bier ist beliebt und es gibt eine Vielzahl an Marken, wie Nile, Eagle und Club Pilsner und Bell.

In Ruanda

  1. Isombe liebt in Ruanda so ziemlich jeder. Das Gericht stammt ursprünglich aus der Demokratischen Republik Kongo und ist eine Kombination aus frischem Gemüse und Erdnussbutter.
  2. Brochettes ist das ruandische Nationalgericht. Es handelt sich um Fleisch am Spieß mit Paprika und Zwiebeln. Aufgespießt wird Ziege, Rind oder Huhn.
  3. Agatogo, so werden in Ruanda Kochbananen am häufigsten gegessen. Der Eintopf besteht zudem aus Knoblauch, Tomaten und entweder Fleisch, Fisch oder Gemüse.
  4. Ubugali ist Maniokmehl und in Ruanda eines der Grundnahrungsmittel. Es wird häufig mit Fleisch und Gemüse serviert.
  5. Ibirayi bedeutet übersetzt „Kartoffel“. Die Kartoffeln werden in zwei Hälften geschnitten in Gewürzen gekocht und dann in lokaler Butter auf einer Pfanne gebraten. Achtung: Cholesterin im Höhenflug.
  6. Urwagwa ist Bananenbier aus der Fermentation von Bananen. Sorghum-, Hirse- oder Maismehl werden zudem als Hefe hinzugefügt.
  7. Ikigage stammt aus Sorghumhirsen und ist ein hausgemachtes ruandisches Bier.
  8. Lager-Bier mögen auch die Ruandesen und mit Primus, Skol, Huza Bralirwa, Gatanu 5 und Mützig gibt es eine bunte Auswahl zum Probieren.

Große Seen, erloschene Vulkane und Hochland. Wir Menschen lieben Vergleiche, sofort schießen uns Bilder in den Kopf. Deshalb will ich dich nicht enttäuschen. Würde jemand versuchen Ruanda zu vergleichen, so wäre wohl der Begriff die tropische Schweiz Afrikas ziemlich passend. Die Landschaft ist ungelogen phänomenal. Da wäre der große Binnensee Kivu, die erloschenen Vulkane im Norden, tropische Regen- und Bambuswälder im Westen. Und auch die afrikanische Savanne blitzt zwischen dem üppigen Grün im Osten des Landes auf.

Genauso abwechslungsreich ist Uganda. Das Land besteht zu einem Sechstel aus Wasser. Da wäre der größte See Afrikas, der Viktoriasee, und die beiden Seen Eduard- und Albert. Das Land durchkreuzen viele Flüsse, von denen der Weiße Nil der Längste ist. 

Die Perle Afrikas beherbergt ebenso Regenwälder und Savannen sowie schneebedeckte Gebirge und Teeplantagen. Der Margherita Peak ist mit 5109 Metern der höchste Berg Ugandas und liegt im Ruwenzori-Gebirge an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Damit ist der Gipfel die dritthöchste Erhebung Afrikas, nach dem Kilimanjaro in Tansania und dem Mount Kenya in Kenia.

Wilde Partynächte in den Städten. Der beste Weg, um herauszufinden, was alle am Freitagabend in Ruanda tun, sind die sozialen Medien, wie Instagram oder Facebook. Aber auch Webseiten wie Vibe Kigali bieten einen guten Überblick über die Events der Stadt. So viel ist sicher: das Nachtleben in Kigali wächst stetig. Cocktailbars, Happy Hours und Live-Musik sind nur einige der Optionen zum Ausgehen.

Doch nichts übertrifft das Nachtleben von Kampala. Du möchtest feiern Tag und Nacht? Dann musst du nach Kampala. Denn New York ist nicht die einzige Stadt, die niemals schläft. Die Acacia Avenue zählt zu glitzerndsten Straßen in der Hauptstadt Ugandas. Neben gehobenen Hotels, Apartments und der Acacia Mall befinden sich in dieser Gegend viele Nachtclubs und Bars. Das Riders, The Wink, Casablanca und die Sky Lounge sind nur einige der Bars entlang der Acacia Avenue.

Der wohl berüchtigteste Ort ist Kapalagala, welcher auch den Beinamen die Sündenstadt von Kampala trägt. Die Geschäfte und Menschen schlafen hier wirklich nie. Es gibt viele Pubs, wie Capital Pub und De Posh. Zudem bietet das Five Horsemen Hostel mit seiner Rooftop-Bar einen fantastischen Ort für Sundowner-Drinks und Partyabende.

Und das Nachtleben auf dem Land? Spielt sich in Ruanda und Uganda in kleinen Bars am Straßenrand ab. Bestückt mit einem Kühlschrank, Plastikstühlen und -tischen sowie einem Lautsprecher, der die angesagtesten Charts spielt. Am besten gesellst du dich dazu und bestellst ein kaltes Bier oder einen lokalen Gin. 

Kreative Köpfe – Musik und Kunst. Traditionelles Handwerk wie Korbwaren, Schnitzereien, Batik und Keramik sind in beiden Ländern weit verbreitet. Vor allem diese Kunst ist nach dem Touristengeschmack. Darüber hinaus bilden sich in Uganda und Ruanda Oasen für unabhängige Künstler, die zeitgenössische Kunst gestalten.

Vielerorts schmücken Street Art und Graffiti die Häuserfassaden. Straßenkunst boomt in Kigali, ob draußen oder drinnen. Einrichtungen wie das Kigali Arts Centre, Inema Arts Center und das Kigali Center of Photography bieten Einblicke in die Kreativszene von Ruanda. 

Ugandas künstlerischer Magnet ist – du ahnst es  – Kampala. Hier kann sich jeder nach Herzenslust im Kreativsein entfalten. Kampala bietet Künstlern die beste Plattform um sich zu vernetzen und ihre Werke auszustellen. Organisationen wie 32° East oder KQ Hub bieten die richtigen Anlaufstellen. Jährlich findet in Kampala das zweitägige Afri-Cans Street Art Festival statt. Die Veranstaltung zieht neben ugandischen auch internationale Künstler an. Ausstellungen, Musik und Workshops – all das und noch viel mehr erwartet interessierte Besucher.

Busse, Matatus und Boda Bodas. Eine Fahrt im Minibus oder Matatu ist zuallererst ein Abenteuer. Alles ist anders als daheim. Okay, fast alles, denn auch die Minibusse fahren auf festgelegten Routen, aber ungeplante Zwischenstopps sind nicht selten. Bei so einer Fahrt sitzt du möglicherweise direkt neben einem Huhn oder einem neuen Freund. Du erinnerst dich die Ruandesen und Ugander lieben den Smalltalk.

Sowohl Kigali als auch Kampala kämpfen gegen den Verkehrskollaps. Autos, Busse und Motorradtaxen zuckeln im Schritttempo durch die Rushhour der Städte. Stau ist für die Bewohner Alltag, doch für uns Reisende in dem Ausmaß etwas, dass uns staunen lässt. Am besten schlängelst du dir deinen Weg durch die Straßen mit einem Boda-Boda – dem örtlichen Motorrad-Taxi. Mittlerweile gibt es Apps wie die Safe Boda-App oder CanGo, die auf ein Netzwerk geschulter Boda-Fahrer zugreifen. Somit steht die Sicherheit an erster Stelle. Das komplette Gegenteil sind die ländlichen Gegenden in den Ländern. Hier sind die Menschen hauptsächlich zu Fuß unterwegs und legen täglich mehrere Kilometer zurück. 

Du kennst noch weitere Hotspots? Schreibe deine Highlights gern in die Kommentare und bei meinem nächsten Besuch in Ruanda oder Uganda erforsche ich deine Tipps.

2 Replies to “Ruanda oder Uganda – Wohin in Ostafrika?”

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