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Wann nach Tansania?
Der ehrliche Kalender.

Zwölf Monate für den Norden, den Süden und Sansibar. Was du siehst, was es kostet, und warum ein guter Monat für die Serengeti ein schlechter für Ruaha ist.

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11 Seiten PDF · Stand August 2026 · kostenlos

Die meisten Tabellen behandeln Tansania wie ein einziges Reiseziel

Ein grüner Balken von Juni bis Oktober, ein roter im April. Das sieht aufgeräumt aus und hilft dir bei keiner einzigen Entscheidung.

Denn zwischen der Serengeti und dem Ruaha liegen über tausend Kilometer, und beide bekommen ihren Regen zu völlig verschiedenen Zeiten. Der Monat, den eine Tabelle für das ganze Land grün färbt, ist im Norden ein Kompromiss und im Süden der beste Monat des Jahres. Oder umgekehrt.

Deshalb habe ich zwölf Monate einzeln aufgeschrieben, für drei Regionen getrennt.

Tansania hat nicht eine Regenzeit, sondern zwei Systeme

Das ist der wichtigste Satz im ganzen Kalender, und er fehlt in fast jeder Reisezeit-Tabelle. Wenn du ihn kennst, verstehst du sofort, warum derselbe Monat für einen Park hervorragend und für den nächsten schwach ist.

Der Norden und die Küste haben zwei Regenzeiten. Die kurzen Regen, auf Swahili Vuli, fallen von Oktober bis Dezember. Die langen Regen, Masika, von März bis Mai. Januar und Februar liegen trocken dazwischen. Das gilt für Serengeti, Ngorongoro, Tarangire, Lake Manyara, Arusha, Sansibar und die Küste.

Der Süden und der Westen haben eine einzige lange Regenzeit, grob von November bis April. Der Boden nimmt fünf Monate am Stück Wasser auf und trocknet dazwischen nicht ab. Das betrifft Nyerere, Ruaha, Katavi und Mikumi.

Daraus folgt eine Zahl, die viele überrascht: Nur von Juni bis Oktober funktionieren Norden, Süden und Küste gleichzeitig. Genau deshalb ist dieses Fenster auch das teuerste.

Der Oktober ist die Zeile, die fast alle übersehen

Für Ruaha und Nyerere ist der Oktober der beste Monat des ganzen Jahres. Sehr trocken, sehr heiß, und die Tiere stehen am Wasser, weil es kaum noch welches gibt.

Im Norden setzen zur selben Zeit die kurzen Regen ein und die Herden ziehen nach Süden ab. Wer Tansania im Oktober sagt, aber Serengeti meint, plant am besten Monat des Landes vorbei.

Adam Nkinde, mein Partner in Tansania

Nach seiner Einschätzung ist der Juli inzwischen genauso voll wie August und September. Der Oktober dagegen zählt zu den ruhigeren Monaten. Das ist der seltene Fall, in dem der beste Monat einer Region nicht der vollste ist.

Zwei Monate im Jahr fallen die Parkgebühren

Tansania hat als eines der wenigen Länder in Ostafrika eine echte Nebensaison beim Parkeintritt. Sie ist kurz, sie ist wenig bekannt, und sie liegt mitten in der Regenzeit.

Eintritt pro Person und Tag, inklusive 18 Prozent Mehrwertsteuer

Hochsaison, 16. Mai bis 14. März: Serengeti und Nyerere 82,60 US-Dollar, Tarangire und Lake Manyara 59,00
Nebensaison, 15. März bis 15. Mai: Serengeti und Nyerere 70,80 US-Dollar, Tarangire und Lake Manyara 53,10
Ganzjährig gleich: Ngorongoro 70,80, Ruaha 35,40, Kilimanjaro 82,60
Kraterabfahrt: 295,00 US-Dollar pro Fahrzeug und Fahrt, nicht pro Person

Eine Regel dahinter kostet regelmäßig Geld, weil sie kaum irgendwo steht: Der Eintritt gilt 24 Stunden, aber nur wenn du innerhalb des Parks übernachtest. Das betrifft die Serengeti genauso wie Tarangire, Lake Manyara und das Ngorongoro-Schutzgebiet. Wer außerhalb schläft und morgens wieder hineinfährt, zahlt jeden Tag neu.

Bei den Tarifen bin ich ehrlich: Der letzte offiziell veröffentlichte Tarif der Nationalparkbehörde stammt aus dem Haushaltsjahr 2023/24. Adam bestätigt, dass bisher nichts Neueres publiziert wurde. Erwartet wird ein Vorschlag mit einem Fünfjahresplan für die Erhöhungen. Ich rechne mit diesen Zahlen und prüfe sie vor jeder Buchung erneut nach.

Die Migration ist ein Zeitfenster, kein Termin

Die Herden folgen dem Regen und dem Gras, nicht dem Kalender. Grob geben sich die Tiere so über das Jahr: Kalbungszeit von Dezember bis März auf den kurzgrasigen Ebenen um Ndutu, danach der Zug nach Nordwesten, ab Juni der Westliche Korridor vor dem Grumeti, von Juli bis Oktober die nördliche Serengeti mit den Flussüberquerungen am Mara River.

Woran du erkennst, wo die Branche selbst die Herden erwartet: nicht an Karten, sondern an den Öffnungszeiten der mobilen Camps. Adam nennt für die Camps in Ndutu und im Süden das Fenster vom 1. Dezember bis 30. März. Dahinter steht Geld, und deshalb sind diese Daten ehrlicher als jede Prognose.

Falls du in dieser Zeit fest planen willst, gibt es dort auch dauerhaft geöffnete Häuser, etwa Lake Masek, Ndutu Lodge, Woodland Camp und Baobab Camp am Naabi. Das nimmt dir den Druck, exakt in ein Camp-Fenster zu treffen.

Was ich nicht verspreche: dass die Tiere an einem bestimmten Tag den Fluss überqueren. Manchmal geht eines voran und alle folgen. Manchmal steht dieselbe Herde tagelang am Ufer und dreht wieder ab. Deshalb plane ich nie eine einzige Nacht am Fluss, sondern mehrere.

Sansibar rechnet mit dem Mond, nicht mit dem Monat

Die häufigste Enttäuschung auf Sansibar hat nichts mit der Jahreszeit zu tun. Der Tidenhub erreicht bei Springtide rund 3,5 bis 4 Meter. An der flachen Ostküste vor Paje, Jambiani, Bwejuu und Michamvi zieht sich das Wasser dann mehrere hundert Meter zurück, egal ob im Januar oder im Juli. Springtiden liegen auf Voll- und Neumond, also etwa zweimal im Monat, das ganze Jahr über.

Wenn du jeden Tag verlässlich ins Wasser willst, gehörst du an die Nord- oder Nordwestküste, also nach Nungwi oder Kendwa. Die Ostküste ist schön für Weite, Ruhe und Kitesurfen. Sie ist kein Pool, und die Prospektbilder entstehen bei Hochwasser.

Dazu kommen zwei Kosten, die auf keiner Rechnung im Voraus stehen und die inzwischen konsequent eingezogen werden. Die Infrastrukturabgabe zahlst du im Hotel pro Person und Nacht, gestaffelt nach Kategorie zwischen 2 und 10 US-Dollar. Die Pflichtversicherung der Zanzibar Insurance Corporation ist seit dem 1. Oktober 2024 für jeden Gast verbindlich, rund 44 US-Dollar für Erwachsene und 22 für Kinder von 3 bis 17 Jahren, gültig für bis zu 92 Tage. Sie lässt sich nur über das offizielle Portal kaufen, und eine europäische Reiseversicherung ersetzt sie nicht.

Was das für deine Entscheidung heißt

Wenn du die beiden Regensysteme, die Gebührenstaffel und den Gezeitenrhythmus kennst, kannst du jede Reisezeit-Tabelle selbst lesen. Kurz zusammengefasst, ohne dass ich dir die Entscheidung abnehme:

  • Du willst Kälber und Raubtiere: Februar, um Ndutu und in der südlichen Serengeti.
  • Du willst die Flussüberquerungen: August und September, mit mehreren Nächten im Norden und zum Hochsaisonpreis.
  • Du willst den Süden ohne Fahrzeugkolonnen: September und Oktober, Ruaha und Nyerere.
  • Du willst Norden und Süden in einer Reise: Juni bis September. Alles andere ist ein Kompromiss.
  • Du willst so günstig wie möglich reisen: Mitte März bis Mitte Mai, mit offenen Augen für das, was dann geschlossen hat.

Was hier nicht steht, sind die Zwischentöne. Welcher Park im April tatsächlich noch geht, warum der Kilimanjaro im September besser ist als im August, und wo die Reise an der falschen Woche scheitert. Dafür habe ich die zwölf Monate einzeln aufgeschrieben.

Was zusätzlich im Kalender steht

01
Zwölf Monatsprofile

Für Norden, Süden und Sansibar getrennt. Regen, Temperatur, Fahrzeugdichte und das, was du in diesem Monat tatsächlich siehst.

02
Parkgebühren mit Datum

Hoch- und Nebensaison im Vergleich, dazu die Regeln, die erst an der Schranke auffallen.

03
Die Migration ohne Versprechen

Fünf Zeitfenster über das Jahr, und woran du erkennst, wo die Branche selbst die Herden erwartet.

04
Sansibar und die Gezeiten

Welche Küste wann funktioniert, Walhaie vor Mafia, Ramadan, Sauti za Busara und die beiden Pflichtabgaben.

05
Was im April wirklich geschlossen ist

Im Süden schließen die meisten Häuser, aber nicht alle. Mit den Namen derer, die offen bleiben.

06
Eine Tabelle am Ende

Welcher Monat zu dir passt, je nachdem, was dir wichtig ist. Tiere, Ruhe, Preis oder Meer.

Titelseite des Reisezeit-Kalenders Tansania

Elf Seiten, kein Hochglanz

Keine Garantien. Ich kann dir nicht versprechen, dass die Herden am 20. August den Mara River überqueren, und wer es dir trotzdem verspricht, verkauft dir etwas, das niemand halten kann.

Adam Nkinde von Wilderness First Travel hat den Kalender gelesen und korrigiert, bevor du ihn bekommst. Wo er widersprochen hat, steht jetzt seine Version, nicht meine.

Häufige Fragen zur Reisezeit in Tansania

Wann ist Regenzeit in Tansania?

Das hängt von der Region ab. Der Norden und die Küste haben zwei Regenzeiten, die kurzen Regen von Oktober bis Dezember und die langen von März bis Mai. Der Süden und Westen haben eine einzige lange Regenzeit von November bis April.

Wann ist die beste Reisezeit für die Serengeti?

Für die Kalbungszeit Januar und Februar um Ndutu. Für die Flussüberquerungen im Norden August und September. Der Juni ist der Monat, in dem alles funktioniert und die Hochsaisonpreise noch nicht voll greifen.

Wann sind die Flussüberquerungen der Gnus zu sehen?

Möglich sind sie von Juli bis Oktober, am häufigsten im August und September. Ein festes Datum gibt es nicht, die Herden richten sich nach dem Regen. Ich plane deshalb mehrere Nächte am Fluss statt einer.

Was kostet der Eintritt in die Serengeti?

82,60 US-Dollar pro Person in der Hochsaison vom 16. Mai bis 14. März, 70,80 in der Nebensaison vom 15. März bis 15. Mai, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Der Tarif gilt für 24 Stunden, allerdings nur wenn du im Park übernachtest.

Kann man Safari und Sansibar in einer Reise verbinden?

Ja, und im Norden geht das fast ganzjährig. Der April ist die Ausnahme, dann trifft die lange Regenzeit die Insel am härtesten. Ob du täglich schwimmen kannst, entscheidet weniger der Monat als die Wahl der Küste.

Wann sollte ich buchen?

Für die Hochsaison und für die Kalbungszeit in Ndutu plane ich rund ein Jahr im Voraus. Die nördliche Serengeti hat etwa tausend Betten bei über viertausend Gästen am Tag in der Spitze. Die Knappheit ist Rechnen, kein Gefühl.

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Stephanie Zemmrich

Wer das geschrieben hat

Ich bin Stephanie Zemmrich und habe drei Jahre in Moshi am Fuß des Kilimanjaro gelebt. Nicht als Reisende, die verlängert hat, sondern mit Wohnung, Nachbarn und einem Markt, auf dem irgendwann alle wussten, wie ich heiße.

Seit 2019 plane ich von Berlin aus individuelle Reisen nach Kenia, Tansania und Sansibar. Ausschließlich einzeln, keine Gruppen. In Tansania arbeite ich mit Adam Nkinde von Wilderness First Travel, und mindestens achtzig Prozent des Reisepreises bleiben bei den Partnern vor Ort.

Woher die Zahlen kommen

Parkgebühren aus dem zuletzt veröffentlichten Tarif der Tanzania National Parks und der Ngorongoro Conservation Area Authority, Abgaben und Versicherungspflicht von der Zanzibar Revenue Authority, Klimawerte von der Tanzania Meteorological Authority als Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Alles Weitere von Adam Nkinde, der dort jeden Tag unterwegs ist und den Kalender vor der Veröffentlichung gegengelesen hat. Stand August 2026. Wo ich keine belastbare Quelle habe, steht das im PDF.