Kostenloser Reisezeit-Kalender

Wann nach Kenia?
Der ehrliche Kalender.

Zwölf Monate mit Regen, Parkgebühren und Fahrzeugdichte. Inklusive der Wochen, in denen die Route stimmen muss.

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10 Seiten PDF · Stand August 2026 · kostenlos

Acht Monate grün, vier Monate rot. Und jetzt?

So sehen die meisten Reisezeit-Tabellen aus. Das ist bequem, sieht aufgeräumt aus und hilft dir bei keiner einzigen Entscheidung.

Denn die Frage ist nie, ob ein Monat gut ist. Die Frage ist, ob er zu dir passt. Wer Tiere will, reist anders als jemand, der Ruhe sucht. Wer im Juli fährt, zahlt in der Maasai Mara das Doppelte wie im Juni. Und wer die Migration sehen möchte, sollte wissen, dass sie in Kenia nur zwei bis drei Monate im Jahr stattfindet.

Deshalb habe ich zwölf Monate einzeln aufgeschrieben.

Kenia hat nicht eine Regenzeit, sondern zwei

Das ist der erste Punkt, an dem die meisten Tabellen ungenau werden. Es gibt die langen Regen, auf Swahili Masika, etwa von März bis Mai. Und es gibt die kurzen Regen, Vuli, meist im November und Dezember.

Die beiden verhalten sich völlig unterschiedlich. Die langen Regen können Pisten aufweichen, Camps schließen für vier bis sechs Wochen, in den Conservancies besonders viele, oft auch um in der ruhigen Zeit zu renovieren, und die Preise sind im ganzen Jahr am niedrigsten. Die kurzen Regen fallen meist nachmittags, kurz und heftig, und am nächsten Morgen ist die Straße wieder befahrbar.

Wer also liest, dass November Regenzeit ist, und deshalb absagt, verwechselt zwei sehr verschiedene Dinge. Ich empfehle die kurzen Regen häufiger als jede andere Nebensaison. Warum die Green Season kein Kompromiss ist, habe ich im Detail aufgeschrieben.

Dazwischen liegen zwei Trockenzeiten. Die lange von Juni bis Oktober, die kurze von Januar bis Februar. Das sind die Monate, für die du am meisten zahlst, und gleichzeitig die, in denen du am wenigsten allein bist.

Am 1. Juli verdoppelt sich der Eintritt in die Maasai Mara

Nicht schrittweise, nicht nach Auslastung. Über Nacht. Narok County staffelt die Gebühren nach Halbjahr, nicht nach Wetter.

Eintritt Maasai Mara, pro Person und Tag

1. Januar bis 30. Juni: 100 US-Dollar
1. Juli bis 31. Dezember: 200 US-Dollar

Der Rest des Landes funktioniert anders. Die Gebühren des Kenya Wildlife Service gelten das ganze Jahr gleich. Seit dem 1. Oktober 2025 zahlst du pro Person und Tag 90 US-Dollar für Amboseli und den Lake Nakuru, 80 für Tsavo Ost, Tsavo West und den Nairobi Nationalpark. Für Kinder gilt bei den KWS-Parks: unter fünf Jahren frei, von fünf bis siebzehn die Hälfte. In der Mara zählt Narok County anders, dort sind Kinder bis acht Jahre frei und zahlen von neun bis siebzehn 50 US-Dollar. Die privaten Conservancies staffeln wieder eigen, in Ol Pejeta sind Kinder unter drei frei, von drei bis elf zahlen sie die Hälfte, ab zwölf den vollen Preis. Im Mai kostet Amboseli dasselbe wie im August. Dazu kommt die Servicegebühr des Zahlungsportals eCitizen, die sich nicht umgehen lässt und den Eintritt um knapp zehn Prozent erhöht.

Dazu eine Regel, die viele erst an der Schranke lernen: Das Mara-Ticket gilt seit 2023 nur zwölf Stunden, von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends. Wer außerhalb der Reserve schläft und morgens wieder hineinfährt, zahlt jeden Tag neu. Bei 200 Dollar am Tag entscheidet das über mehrere hundert Euro. Wer im Reservat selbst übernachtet, hat es leichter: Die Nacht deckt das Ticket ab, du musst erst am nächsten Morgen um 10 Uhr durchs Tor sein. Wer später dran ist, zahlt einen kompletten zusätzlichen Tag.

Deshalb ist die Frage nach dem Monat immer auch eine Frage nach dem Budget. Zwei Nächte früher gebucht kann derselbe Aufenthalt spürbar günstiger sein.

Die Migration ist ein Zeitfenster, keine Jahreszeit

Die Große Tierwanderung findet ganzjährig statt, nur eben zum größten Teil nicht in Kenia. Die Herden verbringen den überwiegenden Teil des Jahres in Tansania. In der Maasai Mara sind sie in der Regel zwei bis drei Monate, grob zwischen Juli und September.

Wer wegen der Flussüberquerungen kommt, sollte zwei Dinge wissen. Erstens richten sich die Gnus nach dem Regen, nicht nach dem Kalender, das Fenster verschiebt sich jedes Jahr. Zweitens fällt es genau in die Monate, in denen der Parkeintritt am teuersten und die Fahrzeugdichte am höchsten ist.

Das ist kein Grund, es zu lassen. Es ist ein Grund, es bewusst zu entscheiden. Wer die Herden will, aber nicht dreißig Fahrzeuge daneben, hat Alternativen, und die stehen im Kalender.

Die Küste rechnet anders

An der Küste denkt man nicht in Regenzeiten, sondern in Winden. Der Kaskazi weht von etwa November bis März aus Nordosten und bringt ruhige, klare See. Der Kusi kommt ab etwa April aus Südosten, drückt mehr Welle an den Strand und trübt das Wasser ein. Mit dem Kusi kommt auch das Seegras an den Strand. Wie viel, entscheidet der Wind, in Watamu ist es meist mehr als in Diani, und zwischen April und Oktober am stärksten. Wer tauchen oder schnorcheln will, merkt den Unterschied sofort.

Dazu trifft die lange Regenzeit die Küste härter als das Hochland. Viele Häuser in Diani und Watamu schließen im Mai für einige Wochen. Das ist der Monat, in dem ich die Küste am ehesten weglasse, wenn Meer Teil der Reise sein soll.

Umgekehrt kann derselbe Mai für die Safari im Landesinneren eine gute Wahl sein. Genau deshalb funktioniert Mara plus Küste im Mai schlecht und im Februar gut.

Was das für deine Entscheidung heißt

Wenn du diese vier Systeme kennst, also die zwei Regenzeiten, die Gebührenstaffel, das Migrationsfenster und den Küstenwind, kannst du jede Reisezeit-Tabelle selbst lesen und musst niemandem mehr glauben.

Kurz zusammengefasst, ohne dass ich dir die Entscheidung abnehme:

  • Du willst wenig zahlen und nimmst Regen in Kauf: April und Mai. Frag vorher, welche Camps offen sind.
  • Du willst Tiere und wenig Fahrzeuge: Januar und Februar, oder die kurzen Regen im November.
  • Du willst die Flussüberquerungen: August und September, und du zahlst dafür den Hochsaisonpreis.
  • Du willst Safari und Meer verbinden: Januar bis März. Im Mai würde ich es trennen oder verschieben.

Was hier nicht steht, sind die Zwischentöne. Welche Woche im Oktober kippt, warum der Februar an der Küste anders ist als im Hochland, und in welchen Wochen die Route stimmen muss. Dafür habe ich die zwölf Monate einzeln aufgeschrieben.

Was zusätzlich im Kalender steht

01
Zwölf Monatsprofile

Regen, Temperaturen im Hochland und an der Küste, und das, was du in diesem Monat tatsächlich siehst.

02
Parkgebühren mit Datum

Inklusive der Erhöhung vom Oktober 2025 und dem Tag, an dem sich der Eintritt in die Maasai Mara verdoppelt.

03
Die Migration ohne Versprechen

Das Zeitfenster für die Flussüberquerungen, dazu drei Alternativen, wenn du die Herden willst, aber nicht dreißig Fahrzeuge daneben.

04
Meer und Küste

Walhaie, Buckelwale, Tauchsicht, Kitesaison. Denn die Küste folgt einer anderen Rechnung als die Savanne.

05
Die Wochen, in denen die Route stimmen muss

Im April und Mai bleiben Fahrzeuge stecken. Was dann trotzdem geht, steht im PDF.

06
Eine Tabelle am Ende

Welcher Monat zu dir passt, je nachdem, was dir wichtig ist. Tiere, Ruhe, Preis oder Wetter.

Titelseite des Reisezeit-Kalenders Kenia

Zehn Seiten, kein Hochglanz

Keine Garantien. Ich kann dir nicht versprechen, dass die Herden am 20. August den Mara River überqueren, und wer es dir trotzdem verspricht, verkauft dir etwas, das niemand halten kann.

Ich schreibe auch hinein, was ich nicht belegen kann. An einer Stelle steht ausdrücklich, dass ich es nicht weiß, statt dass ich eine Zahl erfinde. Das ist mir lieber.

Häufige Fragen zur Reisezeit in Kenia

Wann ist Regenzeit in Kenia?

Es gibt zwei. Die langen Regen etwa von März bis Mai, die kurzen meist im November und Dezember. Die langen sind intensiver, dafür sind die Preise dann am niedrigsten. Die kurzen fallen meist nachmittags und behindern eine Safari selten.

Wann ist die beste Reisezeit für die Maasai Mara?

Für Tiersichtungen Juli bis September, das ist zugleich die teuerste und vollste Zeit. Für ein ruhigeres Bild bei guten Sichtungen Januar und Februar. Am günstigsten ist April und Mai, dann schließen aber einzelne Camps.

Wann sind die Flussüberquerungen der Gnus zu sehen?

Grob zwischen Juli und September, mit Schwerpunkt im August. Ein festes Datum gibt es nicht, die Herden richten sich nach dem Regen. Wer mit einer Garantie wirbt, verspricht dir etwas, das niemand halten kann.

Was kostet der Eintritt in die Maasai Mara?

Vom 1. Januar bis 30. Juni 100 US-Dollar pro Person und Tag, vom 1. Juli bis 31. Dezember 200. Das Ticket gilt zwölf Stunden. Die Nationalparks des Kenya Wildlife Service kosten ganzjährig gleich, zwischen 80 und 90 US-Dollar.

Kann man Safari und Strand in einer Reise verbinden?

Ja, aber nicht in jedem Monat gleich gut. Januar bis März passt für beides. Im Mai trifft die lange Regenzeit die Küste härter als das Landesinnere, dann würde ich die Reise trennen oder verschieben.

Wann sollte ich buchen?

Sechs bis zwölf Monate vorher. Für die Migrationszeit und für Weihnachten eher zwölf, weil die guten Camps dann früh ausgebucht sind.

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Stephanie Zemmrich

Wer das geschrieben hat

Ich bin Stephanie Zemmrich und habe drei Jahre in Moshi am Fuß des Kilimanjaro gelebt. Nicht als Reisende, die verlängert hat, sondern mit Wohnung, Nachbarn und einem Markt, auf dem irgendwann alle wussten, wie ich heiße.

Seit 2019 plane ich von Berlin aus individuelle Reisen nach Kenia, Tansania und Sansibar. Ausschließlich einzeln, keine Gruppen. In Kenia arbeite ich mit Laura und Moses Maina von Mara Explorers, und mindestens achtzig Prozent des Reisepreises bleiben bei den Partnern vor Ort.

Woher die Zahlen kommen

Parkgebühren aus den offiziellen Tarifen des Kenya Wildlife Service, gültig seit dem 1. Oktober 2025. Die Gebühren der Maasai Mara aus der Tarifordnung von Narok County. Alles Weitere von Laura und Moses, die dort jeden Tag unterwegs sind. Stand August 2026. Wo ich keine belastbare Quelle habe, steht das im PDF.