Makubi Safari Camp: Tende über fünf Zelte im Nyerere Nationalpark
Das Interview mit Tende vom Makubi Safari Camp wurde auf Englisch geführt, am Feuer, am See und am Telefon. Für die Lesbarkeit habe ich es übersetzt und gekürzt.
Manche Orte wirken wie ein Versprechen. Makubi ist so einer.
Makubi liegt im Süden Tansanias, im Nyerere Nationalpark, am Lake Minyamiruba, einem stillen See. Fünf Zelte. Kein Zaun. Abends ein Feuer. Geführt wird das Camp von Tende und seiner Frau Beele, sehr persönlich und sehr nah.
Tendekayi Guni, den alle Tende nennen, führt als Guide durch den Park. Beele, mit vollem Namen Gcebile Mbokazi, leitet den Betrieb und bildet Frauen zu Guides aus, in einer Branche, in der das noch immer selten ist. Offiziell heißt ihr Camp Makubi Safari Camp by Isyankisu.
Wenn du die Bewertungen liest, fällt dir schnell etwas auf. Es geht selten um das Zelt oder das Essen. Es geht um Namen. Fünf von fünf Sternen bei Tripadvisor, und in fast jeder Bewertung steht jemand aus dem Team beim Vornamen: Grace, Samuel, Deo. Genau darauf wollte ich Tende ansprechen.
Ich habe drei Jahre in Ostafrika gelebt, am Fuß des Kilimanjaro. Ich weiß, wie schnell Safari nach Fließband klingen kann. Makubi ist das Gegenteil, und deshalb wollte ich mit Tende sprechen.
Ich war selbst dort. Warum das Camp bei mir hängen geblieben ist, habe ich in meinem Bericht aus dem Nyerere Nationalpark aufgeschrieben. Auf dem Rufiji war ich an anderer Stelle unterwegs. Dabei habe ich gelernt, warum es einen Unterschied macht, ob du die Bootstour morgens oder abends machst.
Beantwortet hat er meine Fragen nicht am Schreibtisch, sondern vor der Kamera und am Telefon: am Feuer, am See, auf der Veranda. Was dabei herauskam, hat Pausen, Hintergrundgeräusche und Sätze, die niemand für eine Broschüre glattziehen würde.
Hier ist unser Gespräch.
VideoHeimkehr an den See
Wir hatten eigentlich andere Pläne, wollten woanders hin. Doch hier hat sich alles gefügt. Es fühlte sich an, als würde ich mich in einen mütterlichen Schoß zurückziehen und mich dort einkuscheln. Ich glaube, genau das spüren die Menschen, die zu uns kommen: dieses Zurückkommen, diese Umarmung von Zuhause. Das ist Makubi.
Der Abend am Feuer
Am Feuer, in dieser Wärme und diesem Glühen, sind wir geborgen genug, um das zuzulassen. Wir, die in der Stadt leben, haben diese Sinne verlernt. Am Feuer kommen sie zurück. Du siehst weniger, aber du hörst, du fühlst, du spürst, dass alles um dich herum lebendig ist.
Und am Abend erwacht auch das Land. Tagsüber ist es hier heiß, die Tiere suchen Schatten, die Flusspferde ziehen ins kühle Wasser. Abends kommt das Leben heraus. Die Flusspferde grasen direkt vor dem Camp, du hörst den Ruf der Hyäne. Das ist immer aufregend. Und die Kühle des Abends tut uns allen gut.
VideoFünf Zelte, eine Haltung
Es hat auch mit Verantwortung zu tun. Wir haben durchgerechnet, dass mehr Gäste mehr Strukturen bedeuten, mehr Nachschub, mehr Belastung für die Natur. Ein großes Camp hätte einen großen Abdruck. Deshalb bleiben wir klein.
Dazu kommt die Betreuung, fast zwei Menschen im Team für jeden Gast. Unsere Gäste kommen als Gäste und leben bei uns wie Freunde, oft wie Familie. Das macht diesen Ort besonders.
VideoSafari ohne Grenzen
Schon beim Morgenkaffee sitzt du da und schaust den Tieren zu. George, der Elefant, läuft oft direkt durchs Camp. Du kannst solche Momente genießen, ohne sie zu verpassen. Das ist die Natur ohne Zäune.
VideoDie Makubi-Familie
Es geht nicht darum, jemanden zu beschäftigen. Es geht darum, dass sie Teil des Geistes, der Seele und der Familie von Makubi sind. Wir pflanzen die Samen, damit sie wachsen und unsere Haltung weitertragen: im Naturschutz, im ehrlichen Führen, in der Professionalität, von Grund auf.
Sie haben geholfen, die Geschichte des Camps zu schreiben. Jeder darf sich einbringen, jeder bekommt Raum, sein Können zu zeigen, seine eigene Handschrift im Führen und in der Gastfreundschaft. Makubi ist durch dieses Team entstanden. Ohne sie wäre nichts möglich. Ein Camp funktioniert nicht ohne ein gutes Team, ohne diesen Geist und ohne die Leidenschaft, Menschen zu empfangen. Sie sind für uns von unschätzbarem Wert, und dafür danke ich ihnen sehr.
Der Staffelstab
Und Naturschutz heißt heute mehr, als einen Nationalpark zu schützen. Es geht um das Ganze, auch um uns selbst, um unsere eigene Art. Je mehr wir werden, desto größer wird das Ungleichgewicht, wenn wir nicht alles als Ganzes bewahren.
Die junge Generation hat eine neue Aufgabe, einen anderen Blick, einen etwas anderen Weg. Und er ist wichtiger denn je, für ihr eigenes Überleben. Sie sieht die Veränderungen zuerst: den Klimawandel, den Verlust von Tieren, den Verlust von Lebensräumen, auch neue Krankheiten. Und sie beginnt zu verstehen, wie wichtig es ist, diesen Weg weiterzugehen.
Am Ende geht es um die Balance zwischen den Menschen und der Erde. Jedes einzelne Lebewesen im Kreislauf des Lebens muss bewahrt und geschützt werden, damit diese Balance für ihre Zukunft bleibt.
Wo ich Nein sage
Wir haben zwar Internet und WLAN, aber wir haben es bewusst begrenzt: drei Zeitfenster am Tag, in denen du dich einklinken, die Welt nachholen und deine Fotos sichten kannst. Danach geht es wieder um das Hiersein. Denn genau dafür bist du aus der Stadt hierhergekommen: um zur Natur zu kommen, zur Ruhe, zu dir und zu den Menschen, die du liebst. Nicht für einen weiteren vollen Tag im Büro.
Im Alltag sehen sich Familien kaum noch. Ein Elternteil geht früh aus dem Haus zur Arbeit, die Kinder haben ihren eigenen Rhythmus, alle kommen zu unterschiedlichen Zeiten heim. Und selbst am Esstisch tippt jeder auf seinem Telefon, die Arbeit wandert mit nach Hause. Dazu sagen wir Nein. Bei uns ist die Zeit da, zur Ruhe zu kommen, sich wiederzufinden, in die Natur einzutauchen und mit deinen Liebsten zusammen zu sein.
Wo das Geld bleibt
Von diesem Geld zahle ich Schulgebühren und Lernmaterial, und ich hole Prüfer, Ausbilder und Fachleute von überall her, die bei uns unterrichten. Die Theorie läuft online, dafür brauchen wir auch die Internetverbindung. Die Praxis machen wir direkt in Makubi, draußen im Feld.
Der andere Teil, der in die Region zurückfließt, ist der Einkauf. Wir kaufen fast alles bei den Bauern rund um den Nyerere Nationalpark, meist in Kisaki: Gemüse, Fleisch, Eis, was wir eben brauchen, alles von unseren Lieferanten dort. Milch und Naturjoghurt kommen von den Masai, daraus machen wir sogar unseren eigenen Hüttenkäse und Feta. Auch das Material und die Hardware, mit denen wir Dinge reparieren, besorgen wir vor Ort. Und für größere Arbeiten im Camp holen wir die Handwerker aus den Dörfern.
Willst du das selbst spüren?
Was Tende beschreibt, lässt sich schlecht in Stichpunkte fassen. Diese Ruhe, dieses Ankommen, das Feuer am Abend, George beim Morgenkaffee. All das braucht Zeit.
Vier Nächte im Makubi Safari Camp sind perfekt, um genau diesen Unterschied zu spüren.
Wenn du in den Süden Tansanias reisen möchtest, dann schreib mir. Ich plane deine Route mit Tende, Beele und ihrem Team, ganz nach deinem Rhythmus.
Die Route unten führt über die Küste dorthin. Wenn du unterwegs in Bagamoyo hältst, fang mit den Kaole Ruinen an, nicht mit dem Ort selbst.
Drei Gespräche, eine Frage: Wie sieht faire Safari im Alltag aus? Adam Nkinde beantwortet sie als Guide in Tansania, Laura und Moses Maina für die Maasai Mara in Kenia.
Ich bin für dich da, vor der Reise, während und danach. Schreib mir, und ich melde mich persönlich zurück.
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