Flusspferd am Ufer des Lake Manze im Nyerere Nationalpark bei Sonnenuntergang
Makubi Safari Camp: Tende über fünf Zelte im Nyerere Nationalpark
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Interview · Tansania

Makubi Safari Camp: Tende über fünf Zelte im Nyerere Nationalpark

Stephanie Zemmrich · safarizeit
25. August 2026 · 9 Min Lesezeit

Das Interview mit Tende vom Makubi Safari Camp wurde auf Englisch geführt, am Feuer, am See und am Telefon. Für die Lesbarkeit habe ich es übersetzt und gekürzt.

Manche Orte wirken wie ein Versprechen. Makubi ist so einer.

Makubi liegt im Süden Tansanias, im Nyerere Nationalpark, am Lake Minyamiruba, einem stillen See. Fünf Zelte. Kein Zaun. Abends ein Feuer. Geführt wird das Camp von Tende und seiner Frau Beele, sehr persönlich und sehr nah.

Tendekayi Guni, den alle Tende nennen, führt als Guide durch den Park. Beele, mit vollem Namen Gcebile Mbokazi, leitet den Betrieb und bildet Frauen zu Guides aus, in einer Branche, in der das noch immer selten ist. Offiziell heißt ihr Camp Makubi Safari Camp by Isyankisu.

Wenn du die Bewertungen liest, fällt dir schnell etwas auf. Es geht selten um das Zelt oder das Essen. Es geht um Namen. Fünf von fünf Sternen bei Tripadvisor, und in fast jeder Bewertung steht jemand aus dem Team beim Vornamen: Grace, Samuel, Deo. Genau darauf wollte ich Tende ansprechen.

Ich habe drei Jahre in Ostafrika gelebt, am Fuß des Kilimanjaro. Ich weiß, wie schnell Safari nach Fließband klingen kann. Makubi ist das Gegenteil, und deshalb wollte ich mit Tende sprechen.

Ich war selbst dort. Warum das Camp bei mir hängen geblieben ist, habe ich in meinem Bericht aus dem Nyerere Nationalpark aufgeschrieben. Auf dem Rufiji war ich an anderer Stelle unterwegs. Dabei habe ich gelernt, warum es einen Unterschied macht, ob du die Bootstour morgens oder abends machst.

Beantwortet hat er meine Fragen nicht am Schreibtisch, sondern vor der Kamera und am Telefon: am Feuer, am See, auf der Veranda. Was dabei herauskam, hat Pausen, Hintergrundgeräusche und Sätze, die niemand für eine Broschüre glattziehen würde.

Hier ist unser Gespräch.

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Videovorschau: Tende am Lake MinyamirubaVideo
Tende am See über den ersten Weg hinunter zum Lake Minyamiruba.

Heimkehr an den See

SZ Viele Gäste beschreiben Makubi nicht als Hotel, sondern als ein Gefühl von Zuhause. Was war deine Idee, als du das Camp genau hier am See gebaut hast?
Tende Am Anfang stand das erste Mal, dass ich hierherkam. Ein langer Tag, wir sind lange gefahren, viel querfeldein, nur um an diesen Ort zu gelangen. Ich erinnere mich an den ersten Weg vom Hügel hinunter, bis sich der Blick auf diesen See öffnete. Für mich fühlte es sich an wie eine Heimkehr. Wie ein großes Ausatmen.

Wir hatten eigentlich andere Pläne, wollten woanders hin. Doch hier hat sich alles gefügt. Es fühlte sich an, als würde ich mich in einen mütterlichen Schoß zurückziehen und mich dort einkuscheln. Ich glaube, genau das spüren die Menschen, die zu uns kommen: dieses Zurückkommen, diese Umarmung von Zuhause. Das ist Makubi.

Der Abend am Feuer

SZ Du bist bekannt für deine Abende am offenen Feuer. Kein Zaun, nur die Geräusche der Flusspferde und Löwen. Warum ist dieser Moment so wichtig für die Verbindung zwischen Menschen?
Tende Der Abend am Feuer ist eine wichtige Zeit. Wenn der Tag zu Ende geht und zur Ruhe kommt, kehrt eine Stille ein, die uns in der Welt da draußen fehlt. Es ist die Dämmerung, der Moment, in dem unsere ursprünglichen Sinne wieder aufwachen. Ohne viel Licht, fast ohne zu sehen, beginnen die anderen Sinne zu arbeiten: das Hören, das Riechen, das Fühlen.

Am Feuer, in dieser Wärme und diesem Glühen, sind wir geborgen genug, um das zuzulassen. Wir, die in der Stadt leben, haben diese Sinne verlernt. Am Feuer kommen sie zurück. Du siehst weniger, aber du hörst, du fühlst, du spürst, dass alles um dich herum lebendig ist.

Und am Abend erwacht auch das Land. Tagsüber ist es hier heiß, die Tiere suchen Schatten, die Flusspferde ziehen ins kühle Wasser. Abends kommt das Leben heraus. Die Flusspferde grasen direkt vor dem Camp, du hörst den Ruf der Hyäne. Das ist immer aufregend. Und die Kühle des Abends tut uns allen gut.
Am Feuer kommen die Sinne zurück. Du siehst weniger, aber du hörst, du fühlst, du spürst, dass alles um dich herum lebendig ist.
TENDE · MAKUBI SAFARI CAMP
Videovorschau: Abend am Feuer im Makubi Safari CampVideo
Tende am Feuer darüber, wie die Sinne im Dunkeln zurückkommen.

Fünf Zelte, eine Haltung

SZ Makubi hat nur fünf Zelte. Warum ist diese Entscheidung für wenige Gäste der Schlüssel zu einer fairen Safari?
Tende Wir wollten es bewusst klein und nah halten. Viele Menschen kommen in den Urlaub und verpassen ihn fast, weil ständig andere um sie herum sind, wie im Hotelbetrieb. Wenn du aber an einem Ort bist, an dem du deiner Familie nah sein kannst, dir selbst, der Natur, dann ändert das alles. Dann hast du den Raum, frei zu sein. Ich nenne es leisen, bescheidenen Luxus. Das ist heute selten geworden.

Es hat auch mit Verantwortung zu tun. Wir haben durchgerechnet, dass mehr Gäste mehr Strukturen bedeuten, mehr Nachschub, mehr Belastung für die Natur. Ein großes Camp hätte einen großen Abdruck. Deshalb bleiben wir klein.

Dazu kommt die Betreuung, fast zwei Menschen im Team für jeden Gast. Unsere Gäste kommen als Gäste und leben bei uns wie Freunde, oft wie Familie. Das macht diesen Ort besonders.
Videovorschau: Tende und Beele in der LoungeVideo
Tende und Beele über leisen Luxus und die Entscheidung für fünf Zelte.
Ich nenne es leisen, bescheidenen Luxus. Das ist heute selten geworden.
TENDE · MAKUBI SAFARI CAMP

Safari ohne Grenzen

SZ Makubi liegt in einer Natur ohne Zäune. Was bedeutet für dich eine Safari ohne Grenzen?
Tende Safari ohne Grenzen heißt: Du bist im Park, in einem Camp ohne Zaun. Du bist ganz in die Natur eingebettet, direkt mit ihr verbunden, und sie mit dir. Jeder Tag gehört dir. Dein ganzer Tag ist Natur, rund um die Uhr, von morgens bis nachts.

Schon beim Morgenkaffee sitzt du da und schaust den Tieren zu. George, der Elefant, läuft oft direkt durchs Camp. Du kannst solche Momente genießen, ohne sie zu verpassen. Das ist die Natur ohne Zäune.
Videovorschau: Tende im Nyerere NationalparkVideo
Tende draußen im Park über Safari ohne Zäune, mit George im Hintergrund.

Die Makubi-Familie

SZ Grace, Samuel, Deo. Dein Team wird in fast jeder Bewertung beim Namen genannt. Wie wichtig ist es dir, dass diese Menschen nicht nur angestellt sind, sondern die Geschichte des Camps mitschreiben?
Tende Es ist mir wirklich wichtig, dass unsere Leute nicht einfach Angestellte sind. Sie sind eher Auszubildende, die wir zu künftigen Unternehmern ausbilden. Sie gehören zur Familie und tragen das Erbe von Makubi weiter.

Es geht nicht darum, jemanden zu beschäftigen. Es geht darum, dass sie Teil des Geistes, der Seele und der Familie von Makubi sind. Wir pflanzen die Samen, damit sie wachsen und unsere Haltung weitertragen: im Naturschutz, im ehrlichen Führen, in der Professionalität, von Grund auf.

Sie haben geholfen, die Geschichte des Camps zu schreiben. Jeder darf sich einbringen, jeder bekommt Raum, sein Können zu zeigen, seine eigene Handschrift im Führen und in der Gastfreundschaft. Makubi ist durch dieses Team entstanden. Ohne sie wäre nichts möglich. Ein Camp funktioniert nicht ohne ein gutes Team, ohne diesen Geist und ohne die Leidenschaft, Menschen zu empfangen. Sie sind für uns von unschätzbarem Wert, und dafür danke ich ihnen sehr.
Es geht nicht darum, jemanden zu beschäftigen. Es geht darum, dass sie Teil der Seele von Makubi sind.
TENDE · MAKUBI SAFARI CAMP

Der Staffelstab

SZ Auf eurer Website steht Next Generation. Was tust du heute, damit die junge Generation vor Ort den Wert des Naturschutzes erkennt und davon profitiert?
Tende Nach all den Jahren im Gastgewerbe und auf Safari wird mir klar: Meine Zeit geht langsam vorbei. Jetzt liegt es an der nächsten Generation, den Erhalt und den Schutz der Natur weiterzutragen.

Und Naturschutz heißt heute mehr, als einen Nationalpark zu schützen. Es geht um das Ganze, auch um uns selbst, um unsere eigene Art. Je mehr wir werden, desto größer wird das Ungleichgewicht, wenn wir nicht alles als Ganzes bewahren.

Die junge Generation hat eine neue Aufgabe, einen anderen Blick, einen etwas anderen Weg. Und er ist wichtiger denn je, für ihr eigenes Überleben. Sie sieht die Veränderungen zuerst: den Klimawandel, den Verlust von Tieren, den Verlust von Lebensräumen, auch neue Krankheiten. Und sie beginnt zu verstehen, wie wichtig es ist, diesen Weg weiterzugehen.

Am Ende geht es um die Balance zwischen den Menschen und der Erde. Jedes einzelne Lebewesen im Kreislauf des Lebens muss bewahrt und geschützt werden, damit diese Balance für ihre Zukunft bleibt.

Wo ich Nein sage

SZ Was bedeutet eine faire Safari für dich ganz praktisch im Alltag von Makubi? Wo sagst du bewusst Nein, um die Natur zu schützen?
Tende Bei Makubi sagen wir bewusst Nein zum Hetzen und Hinterherjagen bei den Tieren. Wir sagen Nein zu einer Abhak-Liste, auf der ein Tier nach dem anderen abgehakt wird. Wir sagen Nein zu Lärm und zu ständiger Störung der Natur, und dazu, ständig mit WLAN und der Außenwelt verbunden zu sein.

Wir haben zwar Internet und WLAN, aber wir haben es bewusst begrenzt: drei Zeitfenster am Tag, in denen du dich einklinken, die Welt nachholen und deine Fotos sichten kannst. Danach geht es wieder um das Hiersein. Denn genau dafür bist du aus der Stadt hierhergekommen: um zur Natur zu kommen, zur Ruhe, zu dir und zu den Menschen, die du liebst. Nicht für einen weiteren vollen Tag im Büro.

Im Alltag sehen sich Familien kaum noch. Ein Elternteil geht früh aus dem Haus zur Arbeit, die Kinder haben ihren eigenen Rhythmus, alle kommen zu unterschiedlichen Zeiten heim. Und selbst am Esstisch tippt jeder auf seinem Telefon, die Arbeit wandert mit nach Hause. Dazu sagen wir Nein. Bei uns ist die Zeit da, zur Ruhe zu kommen, sich wiederzufinden, in die Natur einzutauchen und mit deinen Liebsten zusammen zu sein.
Wir sagen Nein zu einer Abhak-Liste, auf der ein Tier nach dem anderen abgehakt wird.
TENDE · MAKUBI SAFARI CAMP

Wo das Geld bleibt

SZ Wenn ein Gast bei dir übernachtet, wie viel von diesem Geld bleibt direkt in der Region und fließt zurück in den Schutz des Parks?
Tende Bei jeder Buchung fließen zehn Prozent des Gewinns in unseren Bildungsfonds. Wir haben vier Auszubildende, die ich über die FGASA zu Guides ausbilde, die Field Guides Association of Southern Africa. Das ist eine der angesehensten Ausbildungen, die ein Guide in Afrika bekommen kann. Andere lernen im Gastgewerbe: Empfang, Housekeeping als Supervisor, Küche, Service und Getränke.

Von diesem Geld zahle ich Schulgebühren und Lernmaterial, und ich hole Prüfer, Ausbilder und Fachleute von überall her, die bei uns unterrichten. Die Theorie läuft online, dafür brauchen wir auch die Internetverbindung. Die Praxis machen wir direkt in Makubi, draußen im Feld.

Der andere Teil, der in die Region zurückfließt, ist der Einkauf. Wir kaufen fast alles bei den Bauern rund um den Nyerere Nationalpark, meist in Kisaki: Gemüse, Fleisch, Eis, was wir eben brauchen, alles von unseren Lieferanten dort. Milch und Naturjoghurt kommen von den Masai, daraus machen wir sogar unseren eigenen Hüttenkäse und Feta. Auch das Material und die Hardware, mit denen wir Dinge reparieren, besorgen wir vor Ort. Und für größere Arbeiten im Camp holen wir die Handwerker aus den Dörfern.
Flusspferd am Ufer des Lake Minyamiruba im Nyerere Nationalpark bei Sonnenuntergang
Flusspferd am Lake Minyamiruba · Abendlicht vor dem Camp
Quickfire Check
Das Geräusch der Nacht, das du am meisten liebst?
Tende: Die Hyäne. Ihren Ruf liebe ich am meisten. Ein verrücktes Geräusch, aber ich liebe es.
Dein Lieblingsplatz im Camp, wenn die Sonne untergeht?
Tende: Da habe ich mehrere, das ist wirklich schwer. Der Sonnenuntergangsplatz direkt am See. Hinter Zelt Nummer drei, von dort ist der Blick zum Sonnenuntergang wunderbar. Und der Hügel vor dem Camp. Es hängt vom Gefühl im Moment ab, mal will ich den Sonnenuntergang erhöht sehen, mal unten am Wasser.
Was gehört in deinen Koffer, wenn du nach Nyerere kommst, außer einer Kamera?
Tende: Ich reise mit einem kleinen Rucksack. Zwei Shorts, zwei Hosen, ein paar Shirts, dazu meine kleine Ausrüstung: Taschenlampe, Leatherman, GPS, Fernglas. Ein Buch und mein Laptop. Und mein Duftwasser, das mag ich sehr. Die meiste Kleidung bleibt ohnehin im Camp, ich trage nur eine kleine Tasche auf dem Rücken.
Ein Wort auf Swahili, das das Leben hier am besten beschreibt?
Tende: „Haya, ndio maisha“. Das heißt: Tja, das ist das Leben. Für mich ist Makubi die Verwirklichung von Leben. Teil des Lebens sein und in einem Kreislauf leben.

Willst du das selbst spüren?

Was Tende beschreibt, lässt sich schlecht in Stichpunkte fassen. Diese Ruhe, dieses Ankommen, das Feuer am Abend, George beim Morgenkaffee. All das braucht Zeit.

Vier Nächte im Makubi Safari Camp sind perfekt, um genau diesen Unterschied zu spüren.

Wenn du in den Süden Tansanias reisen möchtest, dann schreib mir. Ich plane deine Route mit Tende, Beele und ihrem Team, ganz nach deinem Rhythmus.

Die Route unten führt über die Küste dorthin. Wenn du unterwegs in Bagamoyo hältst, fang mit den Kaole Ruinen an, nicht mit dem Ort selbst.

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Stephanie Zemmrich
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