Warum so viele vom Lake Manyara enttäuscht sind
Ich höre es immer wieder. „Zu voll.“ „Nur Wald.“ „Kaum Tiere.“ Der Lake Manyara hat keinen guten Ruf unter Reisenden, die ihn schon besucht haben. Dabei liegt das Problem nicht am Park. Es liegt an der Einfahrt.
- 90 % aller Besucher nutzen das Nordtor und sehen nur den Grundwasserwald
- Das Iyambi Gate im Süden gibt dir den Park oft fast für dich allein
- Von Süd nach Nord erlebst du drei verschiedene Ökosysteme auf einer Fahrt
- Plane eine Übernachtung ein: Burunge oder Sangaiwe Tented Lodge im Süden
- Premium-Tipp: Im Park übernachten heißt morgens als Erste drin zu sein
- Treetop Walk von Wayo am Nachmittag, wenn die Tagestouristen weg sind
90 Prozent aller Besucher nutzen das Haupteingangstor im Norden. Das Ergebnis ist vorhersehbar.
Viele Fahrzeuge auf engem Raum. Du fährst durch den dichten Grundwasserwald im Gänsemarsch, Stoßstange an Stoßstange. Der See bleibt am Horizont. Die Tiere haben sich längst aus dem Staub gemacht.
Dazu kommt: Ein großer Teil dieser Besucher macht nur eine Halbtagestour. Sie fahren rein, drehen kurz durch den Grundwasserwald, fahren wieder raus. In den ruhigeren Süden des Parks kommen sie gar nicht erst. Der See und die offene Savanne, das bleibt ihnen verborgen.
- Viele Fahrzeuge auf engem Raum am Nordtor
- Gänsemarsch durch den Grundwasserwald
- Der See bleibt am Horizont
- Halbtagestouren dringen nicht tief genug vor
Es gibt ein zweites Tor. Das Iyambi Gate liegt im Süden des Parks, und es verändert alles.
Du fährst mit der Sonne im Rücken. Das Licht liegt richtig. Du hast den Park oft fast für dich allein.
Und du erlebst etwas, das vom Nordtor aus schlicht nicht möglich ist: die Verwandlung. Die Route führt von der weiten Grassavanne im Süden durch verschiedene Vegetationszonen bis in den dichten Grundwasserwald im Norden. Das ist kein Abschnitt. Das ist ein Film. Savanne, Übergangszone, Wald. Drei völlig verschiedene Landschaften auf einer Fahrt.
- Park oft fast für dich allein
- Sonne im Rücken, perfektes Licht für Fotos
- Verwandlung von Savanne bis Wald auf einer Fahrt
- Weite Sicht über den See und die offene Landschaft
Die berühmten Löwen. Für viele der Grund, überhaupt herzukommen. Und der häufigste Grund für Enttäuschung, denn oft bleiben sie unsichtbar.
Dazu drei Dinge, die du wissen solltest.
Erstens: Kletternde Löwen sind kein Markenzeichen des Lake Manyara. Der Park wurde nur früh dafür bekannt. Schon in den 1960er- und 70er-Jahren dokumentierten Wildbiologen das Verhalten hier. Stephen Makacha verglich die Manyara-Löwen mit denen der Serengeti: Sie kletterten häufiger und blieben länger oben. So entstand der Ruf.
Zweitens: Kein Löwe klettert zum Vergnügen. Die Tiere fliehen vor dem, was am Boden lauert. Stechfliegen, die nach der Regenzeit in Schwärmen aus dem Gras steigen. Hitze, die sich über dem Boden staut. Oben weht ein Lufthauch, die Fliegen bleiben unten, und der Blick über die Ebene ist eine nützliche Zugabe. Junge Löwen schauen sich das bei den Älteren ab. Es ist erlerntes Verhalten, keine Laune der Natur.
Drittens, und das ist der Punkt: Dasselbe Verhalten siehst du heute längst woanders. In der Serengeti, in Tarangire, sogar im Krüger und in Ugandas Ishasha-Sektor. In der Serengeti findest du die Tiere oft leichter, weil Manyaras Grundwasserwald so dicht ist, dass sich die Löwen darin verstecken.
Komm nicht für die Löwen. Komm für die Verwandlung der Landschaft und die Stille im Süden. Liegt dann doch ein Löwe im Geäst, ist es ein Geschenk. Planen lässt es sich nicht.
„Dann fahr doch lieber Tarangire.“ Diesen Rat liest du in jedem Forum. Mehr Elefanten, dichtere Tierbestände. Das stimmt sogar.
Doch der Rat hat einen Haken. Wenn ihn alle befolgen, fahren alle nach Tarangire. Und ein Park, durch den sich die Fahrzeuge schieben, verliert genau das, weswegen du gekommen bist. Aus Natur wird Kulisse. Aus Beobachten wird Anstehen.
Genau den gibt dir der Süden des Lake Manyara. Nicht, weil hier mehr Tiere leben als in Tarangire. Sondern weil kaum jemand herkommt.
Die ehrliche Antwort lautet also: beide. Tarangire für die großen Herden. Manyara für die Stille. Wer beide klug verbindet, bekommt das eine ohne das Gedränge des anderen.
Das Iyambi Gate ergibt nur Sinn, wenn du im Süden übernachtest. Der Park ist lang. Du brauchst Zeit.
Burunge Tented Lodge. Liegt am Lake Burungi, ruhig und nicht überlaufen, mit einem echten Gespür für den Ort. Rechne aber mit mindestens einer Stunde Fahrt bis zum Iyambi Gate.
Sangaiwe Tented Lodge. Etwas bekannter, aber eine gute Basis für die Südroute und näher am Iyambi Gate. Bis zum Tor brauchst du etwas unter einer Stunde.
Es gibt Lodges, die innerhalb der Parkgrenzen liegen. Das bedeutet: Du bist abends im Park, wenn alle anderen längst draußen sind. Morgens bist du als Erste drin, noch bevor das erste Fahrzeug am Nordtor hält. Kein Tag im Lake Manyara ist so still wie der, der so beginnt. Wenn das für dich in Frage kommt, schreib mir. Ich sage dir, welche Häuser ich dort kenne und empfehle.
Wenn du von Süden nach Norden fährst und am frühen Nachmittag am Nordtor ankommst, sind die Tagestouristen meist schon abgereist. Genau dann lohnt sich der Treetop Walk von Wayo.
15 Meter über dem Boden. Hängebrücken mitten durch den Grundwasserwald. Du bist auf Augenhöhe mit den Blauaffen, die im Kronendach wohnen.
Wayo macht den Walk mit echten Guides, ohne touristisches Brimborium. Wichtig: Am frühen Nachmittag ankommen, wenn die Tagestouristen vom Nordtor schon abgereist sind. Dann ist der Wald ruhiger, die Affen entspannter und das Licht besser.
Eine Route ist nur so gut wie die Menschen, die sie mit dir fahren. Am Lake Manyara war ich auf Erkundungstour, zusammen mit Laura und Moses, meinen Partnern in Kenia, und mit Adam, meinem Partner in Tansania.
Wir fahren solche Touren selbst, bevor wir sie weiterempfehlen. Adam kennt den Park, liest die Spuren und weiß, wann sich welcher Abschnitt lohnt. Genau dieses Wissen entscheidet, ob du den Park siehst oder nur durch ihn hindurchfährst.
Gänsemarsch, Fahrzeugstau, See am Horizont. Halbtagestouristen die nicht tief genug vordringen.
Stille, Verwandlung, gutes Licht. Park oft fast für dich allein.
Ich plane deine Route so, dass du das Iyambi Gate nutzt, im Süden übernachtest und den Park siehst, den die meisten verpassen.
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