Kokosnussöl Sansibar: Zu Besuch bei den Mamas of Zanzibar in Bububu
Bububu liegt eine halbe Stunde nördlich von Stone Town — kein Touristenziel, kein Strand, keine Werbefolie. Genau dort treffen sich die Mamas of Zanzibar. Das Projekt von Maskat öffnet Besucher:innen ihre Küche, ihr Wissen und ihre Gespräche. Ich war dabei und habe verstanden: Was hier so spielerisch aussieht, ist echte Schwerstarbeit.
Maskat und das Konzept: Mitmachen statt Zuschauen
Maskat hat die Mamas of Zanzibar gegründet, weil sie etwas anderes wollte als die üblichen Sansibar-Erfahrungen für Besucher. Kein Auftritt, keine Vorführung. Die Idee ist einfacher: Du kommst, du machst mit, du gehst mit einem Verständnis nach Hause, das kein Reiseführer liefert.
Gleich nach der Ankunft schlüpften wir in traditionelle Kangas — bunte Stofftücher, die Swahili-Frauen täglich tragen. Was viele nicht wissen: Kangas haben oft Botschaften am Rand eingewebt, kurze Sprüche auf Swahili. Sie sind nicht nur Kleidung, sondern Kommunikation. So eingekleidet starteten wir unseren Einkauf durch Bububu. Holzkohle und Kokosnüsse — das stand auf dem Zettel. Wer am Markt einkauft statt im Supermarkt, kommt mit Nachbarn ins Gespräch. Das ist der Punkt.



Die Kokosnuss aufschlagen
Wer traut sich zuerst? Die Mamas schlagen die Nüsse mit einem schweren Eisenwerkzeug entzwei — eine Bewegung, die aussieht als wäre es mühelos. Ist es nicht. Bei über 30 Grad und der Luftfeuchtigkeit der Regenzeit war das frische Kokosnusswasser direkt danach die naheliegendste Gegenmaßnahme.
Meine Mitreisenden stellten sich überraschend geschickt an. Ich habe die Profis dankend um Hilfe gebeten. Meine Finger wollte ich behalten.


Der „Goat“ — kein Tier, sondern ein Werkzeug
Um das Fleisch aus der Schale zu lösen, benutzt man auf Sansibar den sogenannten „Goat“: einen hölzernen Hocker mit einem scharfen Eisenschaber an der Vorderseite. Man setzt sich drauf und schabt das weiße Fleisch in rhythmischen Bewegungen heraus. Die Mamas brauchen für eine Nuss keine Minute.
Ich? Sagen wir: Die Frauen haben viel Geduld. Und ich habe viel gelacht. Genau das macht den Charakter des Workshops aus — man lernt den Aufwand hinter einem Produkt kennen, das im Supermarkt im Gläschen steht, und versteht plötzlich den Preis.




Von der Milch zum Öl
Kokosmilch braucht nur eine Zutat: Wasser. Das geraspelte Fleisch wird mit Wasser vermengt und ausgewrungen — mehrfach, bis die Milch die richtige Konsistenz hat. Dann kommt der Tontopf über die offene Feuerstelle.
Maskat pflückte noch ein paar frische Jasminblätter vom Strauch daneben — für den Duft. Während das Ganze über der Glut langsam einkochte und die Milch sich in klares Öl verwandelte, erzählte sie von ihrem Leben als alleinerziehende Mutter, von der Gemeinschaft der Frauen in Bububu und davon, wie das Projekt entstanden ist.


Das fertige Öl
Nach etwa 45 Minuten war nur noch das klare, duftende Öl im Topf. Abgefüllt in kleine Fläschchen ist es das ehrlichste Mitbringsel, das man von Sansibar mitnehmen kann — weil man weiß, was drin ist und wie lange es gedauert hat.
Eine Mitreisende, die regelmäßig mehrere Monate auf der Insel verbringt, sagte: „Ich benutze nichts anderes für meine Haut.“ Ich glaube ihr.




Die Mamas bieten verschiedene Workshops an — Kokosnussöl, Swahili-Kochen, Basteln. Alle sind direkte Unterstützung eines lokalen Frauenprojekts in Bububu. Der Workshop lässt sich als optionaler Ausflug in die Sansibar-Tage jeder meiner Tansania-Routen einbauen. Sag mir beim Planen Bescheid, wenn er dich interessiert — ich kümmere mich um die Buchung direkt bei Maskat.
Der Mamas-Workshop lässt sich in jede meiner Tansania-Routen einbauen. Sag mir, was dich interessiert.
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