Insel-Workshop: Kokosnussöl herstellen mit den Mamas of Zanzibar
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Sansibar · Reisebericht

Kokosnussöl Sansibar: Zu Besuch bei den Mamas of Zanzibar in Bububu

Stephanie Zemmrich · safarizeit
15. April 2024 · 7 Min Lesezeit

Bububu liegt eine halbe Stunde nördlich von Stone Town — kein Touristenziel, kein Strand, keine Werbefolie. Genau dort treffen sich die Mamas of Zanzibar. Das Projekt von Maskat öffnet Besucher:innen ihre Küche, ihr Wissen und ihre Gespräche. Ich war dabei und habe verstanden: Was hier so spielerisch aussieht, ist echte Schwerstarbeit.

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Maskat und das Konzept: Mitmachen statt Zuschauen

Maskat hat die Mamas of Zanzibar gegründet, weil sie etwas anderes wollte als die üblichen Sansibar-Erfahrungen für Besucher. Kein Auftritt, keine Vorführung. Die Idee ist einfacher: Du kommst, du machst mit, du gehst mit einem Verständnis nach Hause, das kein Reiseführer liefert.

Gleich nach der Ankunft schlüpften wir in traditionelle Kangas — bunte Stofftücher, die Swahili-Frauen täglich tragen. Was viele nicht wissen: Kangas haben oft Botschaften am Rand eingewebt, kurze Sprüche auf Swahili. Sie sind nicht nur Kleidung, sondern Kommunikation. So eingekleidet starteten wir unseren Einkauf durch Bububu. Holzkohle und Kokosnüsse — das stand auf dem Zettel. Wer am Markt einkauft statt im Supermarkt, kommt mit Nachbarn ins Gespräch. Das ist der Punkt.

Mamas of Zanzibar Workshop in Bububu
Ankunft in Bububu
Kanga anziehen beim Mamas of Zanzibar Workshop
Kanga — Kleidung mit Text
Einkaufen in Bububu
Einkauf durch den Ort

Die Kokosnuss aufschlagen

Wer traut sich zuerst? Die Mamas schlagen die Nüsse mit einem schweren Eisenwerkzeug entzwei — eine Bewegung, die aussieht als wäre es mühelos. Ist es nicht. Bei über 30 Grad und der Luftfeuchtigkeit der Regenzeit war das frische Kokosnusswasser direkt danach die naheliegendste Gegenmaßnahme.

Meine Mitreisenden stellten sich überraschend geschickt an. Ich habe die Profis dankend um Hilfe gebeten. Meine Finger wollte ich behalten.

Kokosnuss aufschlagen beim Mamas Workshop
Aufschlagen — leichter als es aussieht
Frisches Kokosnusswasser in Sansibar
Kokosnusswasser — die Belohnung

Der „Goat“ — kein Tier, sondern ein Werkzeug

Um das Fleisch aus der Schale zu lösen, benutzt man auf Sansibar den sogenannten „Goat“: einen hölzernen Hocker mit einem scharfen Eisenschaber an der Vorderseite. Man setzt sich drauf und schabt das weiße Fleisch in rhythmischen Bewegungen heraus. Die Mamas brauchen für eine Nuss keine Minute.

Ich? Sagen wir: Die Frauen haben viel Geduld. Und ich habe viel gelacht. Genau das macht den Charakter des Workshops aus — man lernt den Aufwand hinter einem Produkt kennen, das im Supermarkt im Gläschen steht, und versteht plötzlich den Preis.

Der Goat Hocker zum Kokosnuss raspeln
Der Goat — Hocker mit Eisenschaber
Kokosnuss raspeln beim Workshop
Raspeln — eine Minute für die Profis
Kokosnussfleisch verarbeiten Sansibar
Das Fleisch — Grundlage für Milch und Öl
Mamas of Zanzibar Handwerk
Handwerk seit Generationen

Von der Milch zum Öl

Kokosmilch braucht nur eine Zutat: Wasser. Das geraspelte Fleisch wird mit Wasser vermengt und ausgewrungen — mehrfach, bis die Milch die richtige Konsistenz hat. Dann kommt der Tontopf über die offene Feuerstelle.

Maskat pflückte noch ein paar frische Jasminblätter vom Strauch daneben — für den Duft. Während das Ganze über der Glut langsam einkochte und die Milch sich in klares Öl verwandelte, erzählte sie von ihrem Leben als alleinerziehende Mutter, von der Gemeinschaft der Frauen in Bububu und davon, wie das Projekt entstanden ist.

Diese Gespräche sind das, was bleibt. Man erfährt Dinge über das Leben auf Sansibar, die in keinem Reiseführer stehen.
Kokosnussöl kochen Sansibar
Tontopf über der Feuerstelle
Kokosmilch einkochen zu Öl
Die Milch verwandelt sich in Öl
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Das fertige Öl

Nach etwa 45 Minuten war nur noch das klare, duftende Öl im Topf. Abgefüllt in kleine Fläschchen ist es das ehrlichste Mitbringsel, das man von Sansibar mitnehmen kann — weil man weiß, was drin ist und wie lange es gedauert hat.

Eine Mitreisende, die regelmäßig mehrere Monate auf der Insel verbringt, sagte: „Ich benutze nichts anderes für meine Haut.“ Ich glaube ihr.

Fertiges Kokosnussöl in Fläschchen Sansibar
Das fertige Öl — abgefüllt zum Mitnehmen
Mamas of Zanzibar Kokosnussöl Workshop Ergebnis
Klares Öl nach dem Einkochen
Mamas of Zanzibar Gemeinschaft Bububu
Gemeinschaft in Bububu
Workshop Abschluss Mamas of Zanzibar
Der Abschluss des Tages
Praktische Infos

Die Mamas bieten verschiedene Workshops an — Kokosnussöl, Swahili-Kochen, Basteln. Alle sind direkte Unterstützung eines lokalen Frauenprojekts in Bububu. Der Workshop lässt sich als optionaler Ausflug in die Sansibar-Tage jeder meiner Tansania-Routen einbauen. Sag mir beim Planen Bescheid, wenn er dich interessiert — ich kümmere mich um die Buchung direkt bei Maskat.

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Mamas of Zanzibar Sansibar Workshop Reisebericht Tansania
Stephanie Zemmrich
safarizeit Erlebnisreisen · Berlin

Ich war dabei und habe meinen Anteil an Kokosnussöl selbst produziert. Sehr langsam.

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