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Aktivitäten · Kenia

Maasai Mara: 5 Aktivitäten abseits der Pirschfahrt

Laura und Moses Maina · Mara Explorers
18. März 2022 · 6 Min Lesezeit · aus dem Englischen übersetzt

Die Mara kennt jeder von den Tierdokus. Aber wer nur im Jeep sitzt, sieht nur die halbe Geschichte. Wir leben hier seit über 15 Jahren und zeigen dir, was passiert, wenn du den Motor ausmachst.

Vorbemerkung von Stephanie

Heute kommen Laura und Moses Maina zu Wort. Beide leben seit Jahren in der Maasai Mara und betreiben dort von der Kobi Farm aus ihre Safari-Firma Mara Explorers. Wer mit mir nach Kenia reist, sitzt früher oder später bei den beiden am Lagerfeuer. Ich habe sie gefragt, was sie Gästen empfehlen, die mehr wollen als nur Tiere von der Liste streichen. Hier ist ihre Antwort, übersetzt aus dem Englischen.

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Das Wichtigste im Überblick
  • Die Mara ist mehr als ein Reservat. Die meisten Aktivitäten finden außerhalb statt — im Maasai-Land, in den Loita Hills und auf den Farmen.
  • Frühmorgens und am späten Nachmittag ist der beste Rhythmus. Mittags ist es zu heiß für alles außer einem Buch im Schatten.
  • Du brauchst keinen Jeep für jede Aktivität. Wandern, Reiten, Radfahren oder mit dem Boda Boda ins Nachbardorf.
  • Kultur und Natur sind eins. Die Maasai leben mit den Tieren, nicht neben ihnen. Wer das verstehen will, muss raus aus dem Fahrzeug.
  • Plane mindestens zwei Tage ein. Eine Pirschfahrt bekommst du fast überall. Was hier wirklich besonders ist, braucht Zeit.

Die Mara-Region: mehr als nur ein Reservat

Wenn Leute von „der Mara“ sprechen, meinen sie meist das Maasai Mara Nationalreservat — rund 1.500 Quadratkilometer Schutzgebiet im Südwesten Kenias, direkt an der Grenze zu Tansania, wo es in die Serengeti übergeht. Im Reservat selbst darf niemand wohnen. Es gibt Camps und Lodges, mehr nicht.

Drumherum liegt das, was wir das größere Mara-Gebiet nennen. Es erstreckt sich bis zu den Loita Plains und besteht aus angrenzenden Schutzgebieten, Wildtierkorridoren, Maasai-Dörfern und kleinen Farmen. Hier leben wir. Und hier passieren die meisten Aktivitäten, die wir dir gleich vorstellen.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Wer nur ins Reservat fährt, sieht Tiere. Wer ein paar Tage in der weiteren Region verbringt, sieht das Land. Das Reservat ist ein Schutzraum, das Umland ist Alltag.

Zur Tageszeit: Es ist meistens heiß und trocken. Früher Morgen und später Nachmittag sind die guten Stunden — nicht nur weil die Tiere dann aktiver sind, sondern auch weil das der Rhythmus der Maasai ist. Morgens werden die Tiere rausgetrieben, nachmittags kommen sie zurück. Wer mittags zwischen 12 und 15 Uhr Aktivitäten plant, kämpft gegen die Sonne und sieht weniger.

Aktivitäten am frühen Morgen

Statt einer langen Liste sortieren wir, was wann sinnvoll ist. So kannst du dir deinen Tag selbst zusammenstellen.

  • Eine Kuh melken. Klingt unspektakulär, ist aber der ehrlichste Einstieg in den Maasai-Alltag. Die Mütter bei der Arbeit, die Kälber daneben, der Geruch von Rauch und Milch.
  • Heißluftballon über die Savanne. Das einzige, das man wirklich vorher buchen muss. Tiere von oben, Sonnenaufgang, lautlos. Etwa 550 USD pro Person.
  • Geführte Naturwanderung. Ein Maasai-Guide liest Spuren, zeigt dir Heilpflanzen, erklärt das Verhalten der Tiere. Wer einmal zu Fuß auf einer Spur stand, fährt nie wieder gleich.
  • Reitsafari oder Radsafari. Radfahren geht aktuell exklusiv im Maji-Moto-Gebiet. Beides ist nichts für Anfänger, aber wer es kann, kommt den Tieren näher als jeder Jeep.

Aktivitäten am Vormittag oder Nachmittag

  • Mit den Maasai Tiere hüten. Du läufst mit, du schaust zu, du fragst. Keine Vorführung, sondern Arbeit.
  • Besuch in einem Boma. Ein Dorf, kein Open-Air-Museum. Wenn du den Unterschied verstehst, hast du den richtigen Ansatz.
  • Perlenstickerei mit Maasai-Frauen, Holzschnitzen oder Speerwerfen mit den Männern. Handarbeit ist immer ein guter Eisbrecher.
  • Boda-Boda-Fahrt ins Nachbardorf. Motorradtaxi, lokale Küche, kein Übersetzer. Wer das Land verstehen will, fängt hier an.
  • Botanischer Garten der Maasai Mara. An ausgewählten Tagen geöffnet, lohnt sich für alle, die Heilpflanzen interessieren.
Reitsafari durch das Mara-Gebiet
Reitsafari · Mara-Gebiet
Halbtägige Fahrradsafari durch die Mara-Region
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Aktivitäten am späten Nachmittag oder Abend

  • Ein kaltes Getränk zum Sonnenuntergang auf einer Hochsitzplattform oder am Lagerfeuer. Dazu gegrilltes Ziegenfleisch, frische Fladen, manchmal Moratina, das fermentierte Aloe-Getränk der Maasai.
  • Vogelbeobachtung. Über 470 Arten in der Mara. Mit einem Guide siehst du Vögel, an denen du sonst zehnmal vorbeigehst.
  • Reiten für Erfahrene. Wenn du gut im Sattel sitzt, kannst du am Abend zwischen Zebras und Antilopen galoppieren. Olerai-Ställe ist die Adresse.
„Wer nur im Jeep sitzt, sieht das Land durch ein Fenster. Wer aussteigt, ist Teil davon.“
Laura und Moses Maina

Wo du bei uns übernachten kannst

Wir haben zwei Orte, an denen wir Gäste empfangen. Beide sind direkt im Maasai-Land, beide sind klein und persönlich.

  • The Pink Container @ Kobi Farm. Ein zum Gästehaus umgebauter Frachtcontainer auf unserer Farm. Pink außen, gemütlich innen, für bis zu vier Personen. Hier wohnen wir selbst auch, du bist im Alltag mittendrin.
  • Loita Hills Basecamp. Höher gelegen, kühler, mit weitem Blick über die Hügel. Gut für Alleinreisende, Paare und Gruppen bis zu zehn Personen. Ausgangspunkt für alles, was mit Wandern zu tun hat.
The Pink Container auf der Kobi Farm
The Pink Container auf der Kobi Farm

Ein Tag in der Mara: das Kompaktprogramm

Wenn du nur einen Tag hast, empfehlen wir eine Übernachtung im Pink Container. So kommst du in den Morgen rein und musst nicht aus einer fernen Lodge anreisen.

Morgens
Du fängst früh an: eine Kuh melken (oder ein Schaf, wir gucken wer Lust hat), dann ein geführter Naturspaziergang mit einem Maasai-Guide. Spurenlesen, Heilpflanzen, der Versuch ein Tier zu sehen bevor es dich sieht. Frühstück gibt es danach auf der Veranda.
Mittags
Mit dem Boda Boda fährst du in ein Maasai-Boma. Dort gibt es einen Perlen-Workshop mit den Frauen und Mittagessen mit der Gemeinschaft — Chapati (Fladenbrot), Rindfleischeintopf, oft Maisbrei dazu. Nichts kompliziert, alles frisch gekocht.
Nachmittag und Abend
Wer reiten kann, sattelt bei Olerai und galoppiert am späten Nachmittag zwischen Antilopen und Zebras. Wer nicht reitet, besucht den Botanischen Garten oder bleibt einfach auf der Farm. Den Tag schließt du auf unserem Deck ab, mit einem kalten Getränk und Blick über das Land. Wenn du Glück hast, ziehen Elefanten in der Ferne durch.
Sonnenuntergang auf dem Deck der Kobi Farm
Sonnenuntergang auf dem Deck der Kobi Farm
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Das Zwei-Tage-Programm: tiefer in die Region

Wenn du mehr Zeit hast, ist das Loita Hills Basecamp der bessere Startpunkt. Höher gelegen, kühler, mit Zugang zu den Hügeln und den heißen Quellen von Maji Moto.

Tag 1 · Räder und Hügel
Nach dem Frühstück geht es mit dem Rad durch die Salzpfannen. Du fährst vorbei an Zebras und Gazellen, durch kleine Siedlungen, manchmal halten wir an für Tee mit einer Familie. Nach einer Mittagspause folgt ein Naturspaziergang in den Loita Hills mit weitem Blick zurück Richtung Mara. Wir enden bei den heißen Quellen von Maji Moto — das heißt auf Swahili schlicht „heißes Wasser“. Wer mag, geht rein.
Tag 2 · Dorf, Farm und BBQ
Vormittags Besuch in einem traditionellen Dorf, dann Holzschnitzen mit einem der Männer. Mittags fährst du rüber zur Kobi Farm, am Nachmittag hilfst du beim Schafehüten. Den Abend rundet ein BBQ über offenem Feuer ab, mit Musik und Tanz und einem Glas Moratina, dem fermentierten Aloe-Getränk der Maasai. Es schmeckt herb, ist aber Tradition. Probier wenigstens einen Schluck.
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Laura und Moses Maina
Mara Explorers · Kobi Farm

Moses ist Kenianer, Laura kommt aus England. 2010 in die Mara gezogen, zehn Jahre lang Backpacker-Camp betrieben. Heute leben wir auf unserer eigenen Kobi Farm und führen Mara Explorers Safaris in ganz Kenia.

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