Blick vom The Panorama auf den Mt. Meru
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Arusha · Reisebericht

Arusha Sehenswürdigkeiten: Was du in 24 Stunden am Mount Meru erleben kannst

Stephanie Zemmrich · safarizeit
5. April 2024 · 8 Min Lesezeit

Die meisten Reisenden verbringen in Arusha genau eine Nacht — Ankunft, Hotel, frühmorgens weiter. Ich verstehe das. Aber wer einen Tag länger bleibt, kommt an etwas ran, das die Safari später anders färbt: das Tempo, den Kaffee, den Berg.

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Panoramafahrt auf die Hänge des Mount Meru

Statt in den Stadtkern zu fahren, zog es uns direkt nach der Landung die grünen Hänge des Mount Meru hinauf. Der Berg ist 4.562 Meter hoch und steht so nah an der Stadt, dass er bei klarem Wetter fast von jedem Punkt aus zu sehen ist. Die Fahrt hinauf durch Bergwälder und Kaffeeplantagen war schon für sich ein guter Hinweis darauf, dass der Tag anders werden würde als ein gewöhnlicher Einreisepuffer.

Ulong’a: Kaffee mit Clemency

Unser Ziel war das Dorf Ulong’a und der Gastgeber Clemency von Amani Cultural Tourism. Im Vergleich zu den bekannen Kaffeefarm-Touren in Materuni am Kilimanjaro war hier alles kleiner, ruhiger, weniger strukturiert — und genau deshalb interessanter.

Die Kaffeepflanzen wachsen im Schatten von Bananenstaudenreihen, was das Kleinklima kühler und feuchter hält als auf exponierten Hängen. Clemency führte uns durch die Garten, erklärte den Unterschied zwischen reifen und unreifen Kirschen, und dann ging es an die Arbeit.

  • Rösten über dem offenen Feuer. Die Bohnen kommen in eine flache Eisenpfanne und werden mit einer Hölzkelle in konstanten Kreisbewegungen geröstet, bis der Rauch ein bestimmtes Aroma annimmt. Man lernt das in Jahren, nicht in Minuten.
  • Stampfen im Mörser. Aus den gerösteten Bohnen wird mit einem schweren Holzstößel Kaffeepulver. Clemency schafft das in einer Minute. Wir brauchten etwas länger.
  • Der erste Schluck. Gekocht über der Feuerstelle, gekühlt abgewartet, getrunken während Clemency von seinem Leben im Dorf erzählte.
Einfahrt zur Kaffeefarm in Ulong'a
Ankunft in Ulong’a · Amani Cultural Tourism
Kaffeetrinken mit Clemency auf der Farm
Plauderrunde beim Tee — der erste Schluck
Clemency zeigt rohe Kaffeebohnen auf dem Tablett
Clemency mit getrockneten Bohnen
Kaffeebohnen rösten über offenem Feuer im Tontopf
Rösten über dem Feuer
Fertiges Kaffeepulver nach dem Stampfen auf dem Tablett
Fertiges Kaffeepulver nach dem Stampfen
Es gibt kaum einen einfacheren Weg, den Aufwand hinter einem Produkt zu verstehen, als es selbst herzustellen. Mit Kaffee funktioniert das besonders gut.

Mittagessen im Kitamu House

Nach der Farm zog es uns zum Mittagessen ins Kitamu House in Arusha. Wer denkt, die Stadt biete nur Safari-Lodges mit Buffet, wird hier eines Besseren belehrt. Das Kitamu ist modern eingerichtet, die Speisekarte mischt Swahili-Klassiker mit neueren Einflüssen, und das Tempo ist ein anderes als draußen auf der Straße. Ein guter Ort, um die ersten Eindrücke zu sortieren, bevor der Nachmittag anfängt.

Kitamu House Restaurant Arusha
Kitamu House · Arusha
Essen im Kitamu House Arusha
Mittagessen · Kitamu House

The Panorama: Abend mit Mt. Meru-Blick

Am Nachmittag fuhren wir zur The Panorama, einer Freiluftbar mit Campingplatz etwas ausserhalb der Stadt. Das Besondere: Der Mt. Meru liegt direkt im Blickfeld, falls er sich entschließt, aus den Wolken zu kommen. An unserem Abend tat er es.

Der Berg tauchte langsam auf, zuerst die Schulter, dann der Gipfel. Ich habe ihn 2016 bestiegen — 4.562 Meter, zwei Tage Aufstieg. Wenn man weiß, wie er von oben aussieht, ist das Warten auf den Blick von unten eine andere Sache.

Wir saßen mit Konyagi & Tonic da — Konyagi ist der tansanische Gin, überall erhältlich und im Glas mit Tonic und Eis besser als er klingt. Später ging der fast volle Mond über der Szenerie auf. Ich habe nichts dafür getan außer stillgesessen.

The Panorama Bar Arusha mit Mt. Meru Blick
The Panorama · Mt. Meru im Hintergrund
Konyagi Tonic bei The Panorama Arusha
Konyagi & Tonic · tansanischer Gin
Mondaufgang über Arusha vom The Panorama
Mondaufgang über Arusha

Nyama Choma bei Andrew’s

Ein Samstagabend in Arusha ohne Nyama Choma wäre kein Samstagabend in Arusha. Andrew’s ist kein Restaurant für Touristen, sondern ein Treffpunkt, den man kennt wenn man weiß, wo man suchen muss. Ziegenfleisch, Grillhähnchen, gegrillte Kochbananen — die Kohlen glühten schon, als wir ankamen.

Wir aßen mit den Händen, redeten mehr als wir geplant hatten, und fielen hinterher wie erschöpfte Hippos ins Bett.

Nyama Choma bei Andrew's Arusha
Andrew’s · Nyama Choma in Arusha
Grillen bei Andrew's Arusha Samstagabend
Samstagsabend in Arusha
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Was Arusha sonst noch hat

Wer zwei Tage hat statt einem, schaut sich den Arusha Nationalpark an — kleiner als die großen Parks im Süden, aber mit Giraffen, Kaffernbüffeln und einem schönen Wanderweg zum Mokolo-Kratersee. Eine Kanutour auf dem Lake Duluti, einem kleinen Kratersee am Stadtrand, ist eine der ruhigsten Stunden, die man in der Region verbringen kann.

Mein Tipp zu Amani

Das Kaffeeprogramm bei Clemency ist über Amani Cultural Tourism buchbar und lässt sich gut mit einem Halbtag in Arusha verbinden. Es ist keine organisierte Tour mit Gruppengröße und Zeitplan, sondern ein Besuch. Ich baue ihn gerne als Anreisetag in Tansania-Routen ein, die über Arusha ankommen.

Fotos von der Kaffeefarm und The Panorama: @salvetintinius

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Arusha Tansania Reisebericht Kaffeefarm Mount Meru
Stephanie Zemmrich
safarizeit Erlebnisreisen · Berlin

Ich habe drei Jahre am Fuß des Kilimanjaro gelebt. Arusha kenne ich nicht als Durchfahrtsstadt.

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