Wer an Kenia denkt, hat oft sofort die „Big Five“ im Kopf. Doch meine Leidenschaft für dieses Land geht auch durch den Magen. Während meiner Zeit in Watamu habe ich den Strand für einen Tag verlassen, um tief in die kulinarischen Traditionen der Giriama einzutauchen. Mein Ziel: Das Mida Creek Nature Camp, wo Neema und Harrison bereits auf mich warteten.
Ein herzlicher Empfang im Mida Creek
Harrison, der das Camp mit viel Herzblut leitet, empfing mich im Schatten der Mangroven. Das Camp ist ein Paradebeispiel für sanften Tourismus – einfach, authentisch und tief verwurzelt in der lokalen Gemeinschaft. Gemeinsam mit Neema, der „Küchenchefin“ des Tages, starteten wir unsere kulinarische Reise.
Das Menü: Bodenständig und voller Geschmack
Wir haben uns für die Klassiker entschieden, die in keinem kenianischen Haushalt fehlen dürfen:
- Nyama Stew: Ein herzhafter Rindfleisch-Eintopf.
- Sukuma Wiki: Ein vitaminreiches Blattgemüse (ähnlich dem Grünkohl).
- Chapatis: Die beliebten, geschichteten Fladenbrote.
- Ugali: Der feste Maisbrei, das Grundnahrungsmittel Nummer eins.
- Kachumbari: Ein frischer Tomaten-Zwiebel-Salat.
Kochen wie die Profis – Ganz ohne Schneidebrett


Was mich sofort fasziniert hat: In Neemas Küche gibt es kein Schneidebrett. Alles wird mit einer beeindruckenden Fingerfertigkeit direkt in der Hand geschnitten.
Das Geheimnis des Nyama Stew: Zuerst wird das Fleisch mit Zwiebeln und Knoblauch scharf angebraten. Dann kommen frische Tomaten und ein wenig Wasser hinzu. Das Geheimnis ist die Zeit: Das Fleisch schmort so lange über dem offenen Feuer, bis es butterweich ist und die Sauce eine sämige Konsistenz hat.
Sukuma Wiki – Der grüne Allrounder: Wir schnitten das Blattgemüse in feine Streifen. Neema erklärte mir, dass man es nur kurz dünstet, damit die Vitamine und die kräftige grüne Farbe erhalten bleiben. Ein Schuss Öl, ein paar Zwiebeln – fertig ist die perfekte Beilage.


Die Kunst der perfekten Chapatis
Bevor wir uns dem Ugali widmeten, kam mein persönliches Highlight: Chapatis. Diese ostafrikanischen Fladenbrote sind die perfekte Beilage, um jede Sauce aufzusaugen.



Neema zeigte mir, wie man aus Mehl, Wasser, Salz und einer ordentlichen Portion Öl einen geschmeidigen Teig knetet. Das Geheimnis der Schichtung (Layering) liegt im Rollen: Der Teig wird erst zu einem Strang geformt, dann wie eine Schnecke aufgewickelt und erst dann flach ausgerollt.


safarizeit-Geheimnis: Durch das Aufrollen entstehen beim Braten in der Pfanne die typischen, feinen Schichten, die den Chapati so herrlich fluffig machen. Wenn er in der Pfanne Blasen wirft und goldbraune Punkte bekommt, ist er fertig!
Die Königsdisziplin: Ugali rühren
Dann wurde es sportlich. Ugali besteht nur aus Wasser und Maismehl, aber die Zubereitung erfordert echte „Muckis“. Sobald das Wasser kocht, wird das Mehl nach und nach eingerührt.


Safarizeit-Profi-Tipp: Du weißt, dass der Ugali bereit ist, wenn er sich als fester, elastischer Ballen vom Topfrand löst und herrlich nach geröstetem Getreide duftet.
Gemeinsames Essen: Das schönste Ritual
Nach getaner Arbeit saßen wir im Schatten der Bäume zusammen. Gegessen wird traditionell mit der rechten Hand. Man formt aus dem Ugali eine kleine Kugel, drückt mit dem Daumen eine Mulde hinein und nutzt ihn als „Löffel“ für das Fleisch und das Gemüse.
Dieser Moment, in dem wir dort saßen, lachten und das fantastische Essen genossen, hat mir wieder einmal gezeigt: Die schönsten Reiseerlebnisse findet man nicht im Souvenirshop, sondern am Küchentisch.
Dein Ausflug zum Mida Creek
Möchtest du Neema und Harrison auch besuchen? Hier sind die Fakten für deine Planung:
- Wo: Mida Creek Nature Camp (ca. 20-30 Min. von Watamu entfernt).
- Kombinations-Tipp: Verbinde den Kochkurs mit einer Kanutour durch die Mangroven zum Sonnenuntergang.
- Wie: Du kannst den Ausflug ganz einfach vor Ort organisieren oder als festen Bestandteil in deine Reise einplanen.
Mein Tipp: In meiner 13-tägigen Kenia: Safari & Watamu Reise ist dieser Kochkurs ein Highlight, das ich dir wärmstens ans Herz lege!




